Montag, 12. Dezember 2011

Kunden in Lettland räumen ihre Konten bei der Swedbank

Kunden in Lettland räumen ihre Konten bei der Swedbank:


Geldinstitut nennt Twitter-Botschaften “falsche Gerüchte”


RIGA, 12. Dezember (AFP) – Offenbar aufgrund alarmierender Botschaften beim Kurznachrichtendienst Twitter haben zahlreiche Bankkunden in Lettland ihre Konten beim größten Geldinstitut des Landes, der Swedbank, geräumt. Am Montagmorgen war an 126 der 298 Geldautomaten der Swedbank kein Geld mehr zu bekommen, wie das Institut mitteilte. In den Filialen und im Internet fragten besorgte Kunden nach ihrem Geld, wie der Chef der schwedischen Bank in Lettland, Maris Mancinskis, sagte.


Die Gerüchte über finanzielle Probleme seien aber “nicht nur falsch, sondern absurd”, versicherte Macinskis im lettischen Fernsehsender LNT TV. Seinen Angaben zufolge hoben die Swedbank-Kunden allein am Sonntag zehn Millionen Lat (14 Millionen Euro) ab – zehnmal soviel wie sonst. Der Chef der lettischen Finanzaufsicht, Janis Brazovskis, sagte dem Sender, die Gerüchte über die Swedbank seien über soziale Netzwerke und Kurznachrichtendienste verbreitet worden. Die Polizei ermittle, wer dahinterstecke.


Swedbank-Chef Macinskis führte die Panik-Reaktion der Kunden auch auf die überraschende Pleite der Krajbanka im vergangenen Monat zurück. Krajbanka ist eine Tochter der litauischen Bank Snoras. Litauens Zentralbank hatte das Geldinstitut für pleite erklären müssen, ihm die Lizenz entzogen und es anschließend verstaatlicht. Den beiden Eigentümern, dem Russen Wladimir Antonow und seinem litauischen Partner Raimondas Baranauskas, wirft die Justiz massiven Betrug vor.


ilo/mid

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