Sonntag, 22. Januar 2012

McKinsey-Deutschland-Chef legt Griechen Austritt aus Eurozone nahe

McKinsey-Deutschland-Chef legt Griechen Austritt aus Eurozone nahe:


Mattern: Sparbemühungen reichen nicht aus


FRANKFURT/MAIN, 21. Januar (AFP) – Der Deutschland-Chef der Unternehmensberatung McKinsey, Frank Mattern, hat Griechenland den Austritt aus der Europäischen Währungsunion nahegelegt. “Ich erkenne ja die Sparbemühungen in Griechenland an, aber ich habe erhebliche Zweifel, ob sie angesichts der Ausgangslage reichen werden”, sagte Mattern der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”. “Es könnte der Fall eintreten, dass ein ‘geordneter Austritt’ aus der Eurozone für Griechenland das kleinere Übel ist, trotz aller damit verbundenen Probleme.”


Die Abwertung einer neuen Währung helfe, international wieder mehr Wettbewerbsfähigkeit zu erlangen, sagte Mattern. Die Furcht vor einem Domino-Effekt hält Mattern für übertrieben. Die Auswirkungen eines geordneten Austritts Griechenland auf Länder wie Italien oder Spanien seien “vermutlich beherrschbar”.


Derzeit verhandelt das hochverschuldete Griechenland mit den Banken, Versicherungen und Hedge-Fonds über den Erlass von 50 Prozent ihrer Forderungen an das Land. Dieser Schuldenerlass, der etwa 100 Milliarden Euro entspricht, ist die Voraussetzung für das im Herbst im Grundsatz beschlossene zweite Griechenland-Hilfsprogramm von IWF und Euro-Ländern in Höhe von insgesamt 130 Milliarden Euro. Griechenlands Gesamtschulden belaufen sich auf mehr als 350 Milliarden Euro.


fs

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