Dienstag, 6. November 2012

Schiefergas – eine weitere Börsenblase?

Schiefergas – eine weitere Börsenblase?:
Die öffentlich verfügbaren Infomationen zu Schiefergas sind äußerst widersprüchlich.
Die US-treue zionistische Springerpresse jubelte kürzlich “USA steigen zum weltgrößten Gasproduzenten auf:” 862 Billionen Kubikfuß – das sind etwa 24 Billionen Kubikmeter, genug um die 55 bcm Ostseepipeline rund 400 Jahre lang mit Gas zu füllen – bestätigte Ressourcen an Schiefergas würde es in den USA geben. Die nicht minder US-treue Holtzbrinckpresse vermeldete parallel dazu “Der Gasboom schafft Hunderttausende Jobs in den USA” und schrieb von einem Gasrausch.
Was angesichts dieser rauschigen Pressemeldungen auf den ersten Blick bemerkenswert erscheint, ist, dass Gazprom-Chef Alexej Miller hingegen die Meinung vertritt, Schiefergas werde auf dem europäischen Gasmarkt keine wichtige Rolle spielen. Man kann davon ausgehen, dass Alexej Miller sich mit Gas auskennt. Wie geht das zusammen? Betreibt Miller da nur Propaganda, um hohe Gaspreise duchzusetzen? Aber müsste Gazprom dann, wenn er insgeheim glauben würde, Schiefergas sei wichtig, nicht trotzdem massiv in Schiefergas investieren? Was ist wirklich Sache? Das ist anhand der öffentlcih verfügbaren Informationen zunächst einmal schwer zu durchschauen.
Klar ist erst einmal, dass die Gewinnung von Schiefergas mit erheblichen Umweltproblemen und noch größeren Risiken wegen der zur unkonventionellen Gasförderung eingesetzten Chemikalien einhergeht. Dass es da Probleme gibt, räumen die Proponenten von Schiefergas in der Regel auch ein, betonen dabei jedoch, dass die Umweltprobleme und -risiken beherrschbar seien. Aber: welcher russische Industriekapitän scheut Umweltprobleme, wenn Abermilliarden an Gewinnen locken?
Was dabei jedoch bemerkenswert ist, dass in Österreich die Montanuniversität Leoben gemeinsam mit dem Öl- und Gaskonzern OMV ein Pilotprojekt gestartet hat, um Schiefergas ohne Einsatz von Chemikalien aus der Erde zu holen, dieses Projekt jedoch, wie die Wikipedia vermeldet, aufgrund von “Unwirtschaftlichkeit” im Jahr 2012 wieder aufgegeben wurde. Man könnte daraus ableiten, dass die Gewinnung von Schiefergas nur mit Einsatz von Chemikalien wirtschaftlich sein könnte.
Auf eine ganz andere Idee kann einen jedoch ein Artikel von Chris Nelder bringen, der gerade bei peak-oil.com in die deutsche Sprache übersetzt erschienen ist. Hier sind drei Kernsätze aus dem Artikel:
Neben den Unklarheiten über Größe und Produktivität der Schiefergasvorkommen gibt es noch andere offene Fragen. Zum einen ist die Schiefergasproduktion, auf Basis einer durchschnittlichen jährlichen Datenlage betrachtet, seit 2008 unrentabel. … Die andere Hauptsorge ist ganz klar die Umweltverschmutzung durch das Fracking.
Zusammenfassung vom Parteibuch: Die Erzeugung von Schiefergas ist in den USA seit Jahren ein gigantisches umweltverschmutzendes Zuschussgeschäft. Möglich ist das Geschäft vermutlich nur, indem die Schiefergas erzeugenden Unternehmen unrealistisch große Gasreserven in ihren Billanzen ausweisen, mit den fiktiven Gasreserven als Sicherheit Kapital einsammeln, was sie zur ansonsten unrentablen Schiefergas-Erzeugung verwenden. Die vermutlich tatsächlich ausbeutbaren Schiefergasvorkommen sind dabei jedoch so klein, dass die Investoren kaum ihren Einsatz zurückbekommen werden. Nur die Investoren wissen davon eben nichts und glauben an einen “Gasrausch”.
Wenn das so sein sollte, dann ist der Schiefergas-Boom kaum mehr als eine Neuauflage von Börsenschwindeln wie dr Dot-Com-Blase oder der Subprime-Blase, nur dass die Blase diesmal eben vermutlich eine Schiefergas-Blase werden wird. Zusammenbrechen wird die Börsenblase, wenn sich die in den Bilanzen angegebenen Ressourcen als nicht existent oder nicht wirtschaftlich förderbar erweisen. So erklärt sich dann auch, warum Gazprom-Chef Alexeij Miller den Schiefergas-Boom recht gelassen sieht.
Nicht die Umweltprobleme, sondern die auch unter Inkaufnahme massiver Umweltzerstörung voaussichtlich nicht erreichbare Wirtschaftlichkeit der Schiefergaserzeugung ist der Knackpunkt. Die gegenwärtige Schiefergasförderung läuft nur, weil ständig fiktive Erfolgsgeschichten fabriziert werden, die dafür sorgen, dass ständig neues Kapital nachgeschoben wird.
Das dürfte die Lösung des Schiefergas-Rätsels sein.

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