Jetzt geht’s los – die große G7-Rezession kommt:
Nach Präsidentschaftswahlen in den USA gibt es häufig Rezessionen. Es spricht viel dafür, dass es 2013 nicht nur eine Rezession geben wird, sondern diese heftiger und umfassender als vorhergehende Rezessionen sein wird, und am Ende dieser Rezession eine neue Weltordnung steht.
Der Grund für den Zusammenhang von US-Wahlen und Rezessionen besteht darin, dass die Herrscher der USA sich darum bemühen, im Wahljahr mit Maßnahmen wie Sonderausgaben und dem Aufschieben von allfälligen Steuererhöhungen eine gutlaufende Konjunktur vorzuzeigen, und der Preis dafür anschließend fällig wird. So war es beispielsweise nach der Wahl 2000, und so war es nach der Wahl 2008 und so wird es der Einschätzung des Budget-Offices des US-Kongresses zufolge auch 2013, also nach der Wahl 2012, sein.
Da die USA ihre Messungen von Inflation und BIP massiv manipulieren, und in letzter Zeit außer Luftbuchungen in der Gegenwart auch rückwirkende Absenkungen von in der Vergangenheit bereits veröffentlichter BIP-Zahlen vorgenommen haben, um Wachstum vorzutäuschen, ist anzunehmen, dass die USA 2013 eine “überraschend schwere” Rezession melden werden, um ihre manipulierten BIP-Daten ein Stückchen weit der Realität anzupassen, und ihre Manipulationen in der Vergangenheit mit dem Hinweis auf die bekannte sogenannte “fiskale Klippe” zu verschleiern. Und weil die USA der Staat mit der mit Abstand größten Wirtschaft der Welt sind, drückt eine Rezession in den USA das Wachstum in allen anderen Volkswirtschaften der Welt, und das umso mehr, je enger die Volkswirtschaften mit der US-Wirtschaft verknüpft sind.
Andersherum bedeutet das, dass, wenn die Wirtschaft in eng mit den USA verknüpften Wirtschaften abgesehen vom US-Geschäft vergleichsweise gut läuft, diese Wirtschaften eine Kraft bilden, die den USA aus ihrer Rezession hilft, etwa so wie der Euro-Boom der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts sich auch positiv auf die Wirtschaft der USA ausgewirkt hat. Für das Jahr 2013 sieht es danach in Bezug auf die EU jedoch nicht aus, im Gegenteil.
Wie die staatliche deutsche Märchenschau gerade meldete, hat die EU-Kommission soeben erklärt, sie rechnet im Jahr 2013 in der Eurozone nur noch mit einem Wachstum von 0,1%, also praktisch keinem Wachstum in der Eurozone. In Griechenland, Spanien und Frankreich sehe die Lage düster aus, heißt es. Wie der Standard gleichzeitig mitteilt, steht der EU-Kommission zufolge 2013 auch in Italien weiter Rezession an. Und auch in Britannien, dem größten Nicht-Euroland der EU, sieht es einigen Wirtschaftswissenschaftlern zufolge für 2013 weiterhin nach Rezession aus. Da die EU-Bosse bestrebt sind, potenzielles Wachstum nicht durch “Schwarzmalerei” abzuwürgem, darf man getrost davon ausgehen, dass eine US-Rezession in den ohnehin schon düsteren Betrachtungen noch nicht voll eingepreist ist, und die Situation sich schlechter entwickeln wird, als es der Fall wäre, wenn die vergleichsweise rosigen Wahlkampfmalereien der US-Herrscher kritisch betrachtet würden. Der einzige große EU-Staat, der auch im Jahr 2013 gegen den EU-Trend mit etwas Wachstum rechnen darf, ist Deutschland, und das liegt vor allem daran, dass die deutsche Industrie besonders viel gute Geschäfte mit dem boomenden China macht. Hilfe bei der Überwindung der in 2013 anstehenden Rezession können die US-Führer also aus der EU nicht erwarten.
Aus Japan, der zweitgrößten Volkswirtschaft des exklusiven US-geführten G7-Clubs, können die USA auch kaum Hilfe erwarten. Wie japanische Zeitungen soeben vermelden, sieht es so aus, dass sich Japan bereits gegenwärtig in einer Rezession befindet. Zwar ist noch nicht klar, wie lang die Rezession in Japan dauern wird, aber klar ist, dass Gedeih und Verderb der japanischen Wirtschaft gegenwärtig daran hängen, ob Japan von seiner aggressiven Politik gegenüber China Abstand nimmt, zu der Japan in den letzten Monaten von den USA ermutigt wurde. Das bedeutet, dass Japan, wenn es sich nicht von den USA löst und sich China zuwendet, voraussichtlich eine tiefe Rezession erleiden wird. Eine tiefe Rezession in Japan würde bedeuten, dass der hochverschuldete Staat Japan gezwungen ist, Kapital aus den USA abzuziehen. Für die US-Konjunktur wären das sehr schlechte Nachrichten, die die Rezession in den USA nicht lindern, sondern verstärken würden.
Der letzte hier noch nicht erwähnte G7-Staat ist Kanada. Auch Kanada wird die USA nicht aus einer tiefen Rezession herausziehen können. Kanada ist zwar eine energie-exportierende Wirtschaft, die von Konflikten in den wesentlichen energeierzeugenden Regionen der Welt profitiert, und Konflikte schüren die USA da reichlich, aber das reicht nicht. Zum einen ist die kanadische Wirtschaft im Vergleich mit der US-Wirtschaft recht klein, und zum anderen sieht es so aus, dass Kanada bereits August 2012 bereits selbst in einer Rezession steckt. Auch die Strategie, noch mehr Konflikte in energiereichen Regionen der Welt zu schüren, ist den USA diesbezüglich nicht hilfreich, denn, da die USA ein großer Netto-Energieimporteur sind, belasten steigende Energiepreise die US-Wirtschaft nur noch mehr.
Das sieht nach einem perfekten Sturm aus. Alle großen US-dominierten Volkswirtschaften, von Nordamerika über Europa bis hin zu Japan, gehen praktisch gleichzeitig in eine Rezession, und verstärken ihre lokalen Rezessionen durch den internationalen Rückkoppelungseffekt gegenseitig. Der Rezession durch Geldschöpfung und lokale Währungsabwertungen zu entkommen, etwa wie Britannien das 2008 gemacht hat oder die Eurozone seit 2011 macht, und durch einen geringeren Wechselkurs die Exporte anzukurbeln, wird in so einer Situation in Bezug auf das westliche Gesamtsystem nicht funktionieren, denn die Abwertung der einen Währung bedeutet gleichzeitig die Aufwertung der anderen Währung. Die mit Abwertungen und Geldmengenaufblähungen einhergehende Ausweitung von Ungleichgewichten innerhalb der jeweiligen Volkswirtschaften verstärkt im Gegenteil die fundamentale Ursache für die Rezession, nämlich die leistungslose Bereicherung der Finanzwirtschaft bei gleichzeitiger Verarmung weiter Teile der Bevölkerung und das Aufblähen des Finanzsektors zulasten der produzierenden Industrie. Hinzu kommt, dass ohnehin praktisch keiner der G7-Staaten mehr Spielraum mehr für Zinssenkungen und Geldmengenausweitungen zur Ankurbelung der Wirtschaft hat, da sie diesbezüglich die finanzpolitischen Pedale mit Nullzinspolitik und endlosem Quantitive Easing bereits bis zum Anschlag durchgetreten haben. Es spricht also viel dafür, dass die kommende Rezession in den G7-Staaten heftig wird.
Und die Rezession verspricht auch lang zu werden. Die fundamentalen Ungleichgewichte zwischen arm und reich, die der gegenwärtigen Rezession zugrunde liegen, lassen sich nicht so leicht abbauen. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte kürzlich, es werde noch fünf oder mehr Jahre dauern, bis die Staatsverschuldungskrise im Euro-Raum gelöst sein wird. IWF-Chefin Christine Lagarde warnte letztes Jahr, die – westliche – Welt stehe wirtschaftlich vor einem verlorenen Jahrzehnt, etwa so, wie Japan seit Anfang der 90er Jahre ein verlorenes Jahrzehnt durchlebt.
Die einzigen Staaten, die nach wie vor über nennenswerte Wachstumsmärkte verfügen, sind die BRIC-Staaten, und da insbesondere China. Der IWF hat in seinem World Economic Outlook vom Oktober 2012 die Prognose für das in US-Dollar berechnete BIP Chinas 2012 gegenüber der April-Prognose mal wieder kräftig nach oben korrigiert – diesmal um 250 Milliarden Dollar. China verfügt auch als einziger großer Staat der Welt noch über finanzielle Feuerkraft, um sein Wachstum politisch steuern zu können. China hat sich dabei viele Projekte vorgenommen, was dort für die nächsten Jahre gewaltige Wirtschaftsaktivitäten verspricht, so etwa den industriellen Aufbau der Hunderte Millionen Einwohner zählenden westchinesischen Provinzen, den weiteren Ausbau seiner Industrie in Richtung Hochtechnologie-Industrie und die Umgestaltung des Landes in Richtung einer grünen Wirtschaft, von der breiten Einführung von Energiespartechniken über regenerative Energien bis hin zu nachhaltigem Umweltschutz.
Die Unternehmen von G7-Staaten, die nett zu China sind, dürfen am Ausbau der chinesischen Wirtschaft in den nächsten Jahren mitwirken, und können so – etwa wie deutsche Auto- und Maschinenbauer – eine chinesische Wachstumsperspektive bekommen. Diese Volkswirtschaften können an der Beseitigung ihrer fundamentalen Ungleichgewichte zur nachhaltigen Rezessionsbekämpfung in den nächsten Jahren arbeiten, während sie Wachstum in China generieren, wodurch dort der ganz große Rezessionssturm nicht hereinbricht. Staaten, die nicht nett zu China sind, wird China dieses Privileg hingegen nicht oder nur eingeschränkt gewähren, wie japanische Autobauer kürzlich schmerzhaft gelernt haben, wodurch Japan, die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, umgehend ein dickes Außenhandelsdefizit eingefahren hat und in die Rezession gerutscht ist.
Frankreich hat eine ähnliche Erfahung wie Japan gemacht. Die französische Industrie hat China in den letzten Jahren aus ideologischen Gründen weitgehend boykottiert und auf allen Ebenen gegen China opponiert, und das Ergebnis besteht in einer französischen Finanzkrise und der Entmachtung des US-zionistischen Chef-Ideologen Nicolas Sarkozy. Sein Nachfolger Francois Hollande bemüht sich nun, zu lernen, nett zu China zu sein.
Dasselbe kann China auch mit den USA machen. Und wenn die USA China im Rahmen ihres “Pivot nach Asien” weiterhin feindlich gegenübertreten, dann ist anzunehmen, dass China sich im Gegenzug dazu entschließen wird, das auch zu tun, also die anstehende US-Rezession zu vertiefen. Da werden die US-Führer dann erstmal damit beschäftigt sein, dafür zu sorgen, dass ihre eigene Bevölkerung nicht rebellisch wird, und haben nicht so viel freie Energie, die sie in Feindlichkeit gegenüber China ablassen können. Wenn beide Staaten durch solchen Ärger zwei Prozent weniger schnell wachsen, dann bedeutet das für China, sechs anstelle von acht Prozent Wachstum, und vielleicht die Notwedigkeit, ein neues Stimulus-Paket zu schnüren, um wieder auf acht Prozent Wachstum zu kommen. Für die USA bedeutet das, anstelle von Eins-Komma-Irgendwas Prozent Wachstum eine Rezession zu bekommen. Sind die USA bereits in Rezession bedeutet das eine Vertiefung der Rezession. Eine Rezession oder eine tiefere Rezession bedeutet für die Führer der USA eine wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung, die sich in einer starken Tendenz zu ihrer Entfernung von der Macht niederschlägt.
Das ist eine neue Weltordnung: die US-geführten G7-Staaten, die vor wenigen Jahren noch die mächtigsten Staaten der Welt waren, und über die Jahrzehnte reihenweise andere Staaten durch das Aufzwingen ihrer Wirtschaftsbedingungen ruiniert haben, müssen ab jetzt nett zu China sein, sonst bekommen sie eine Rezession oder eine vertiefte Rezession, was meist zur Entmachtung der jeweiligen Führer der G7-Staaten führt. Das ist keine vorübergehende Erscheinung. In fünf oder zehn Jahren, wenn die verlorene Dekade der westlichen Wirtschaft vorüber ist und die gröbsten inneren Ungleichgewichte beseitigt sind, wird China ohnehin die größte Wirtschaft der Welt haben, und als solches die Geschicke der Welt lenken, so wie sie im 20. Jahrhundert von den USA als stärkster Wirtschaftsmacht der Erde geleitet wurden. Es wird sicher noch ein paar Jahre dauern, bis alle Führer der G7-Staaten den Zusammenhang zwischen Rezession und Freundlichkeit gegenüber China begriffen haben und ich entsprechend verhalten, und es ist leider auch damit zu rechnen, dass die notorisch arroganten und kriminellen US-Führer während dieser Zeit noch ein paar Millionen mehr Menschen durch Verbrechen wie Raubkriege ermorden, aber es bedeutet das Ende des verkommenen US-Empires.
Es spricht viel dafür, dass die große G7-Rezession als Ende des US-Empires oder anders ausgedrückt, das Ende der US-geführten Weltordnug, in die Geschichte eingehen wird.
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