Reaktion auf Entwicklungen in Sex-Affäre
Paris, 2. Mai – Die Frau des früheren IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn verzichtet am Abend der Stichwahl um das französische Präsidentenamt auf einen Auftritt als Journalistin im Fernsehsender BFMTV. Die gemeinsame Entscheidung von Anne Sinclair und BFMTV sei eine Reaktion auf die Ereignisse vom Wochenende, sagte Senderchef Guillaume Dubois am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. “Es ist besser für alle, dass sie am Sonntagabend nicht dabei ist.” Nach dem ersten Wahlgang am 22. April hatte die prominente Fernsehjournalistin zusammen mit anderen den Wahlabend auf BFMTV moderiert.
Am Wochenende hatte ein Interview, das die britische Zeitung “The Guardian” mit Strauss-Kahn veröffentlichte, für Aufregung gesorgt. Strauss-Kahn, der hinterher dementierte, mit dem “Guardian” gesprochen zu haben, warf Präsident Nicolas Sarkozy darin ein Komplott gegen ihn vor. Laut Mitarbeitern des früheren IWF-Chefs stammten die “DSK” zugeschriebenen Äußerungen aus einem Buch des US-Journalisten Edward Epstein.
Strauss-Kahn, der frühere Hoffnungsträger der Sozialisten, musste nach einer Verhaftung in New York wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung als IWF-Chef zurücktreten. Am Dienstag gab ein Gericht in New York grünes Licht für ein Zivilverfahren gegen den 63-Jährigen. Ein Zimmermädchen wirft ihm vor, sie in einem New Yorker Luxushotel zum Oralsex gezwungen zu haben. Anne Sinclair leitet seit der Rückkehr des Paares aus den USA die französische Ausgabe des Online-Portals “Huffington Post”.
lon/cp/ju(AFP)
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