Samstag, 10. Dezember 2011

Syrien: ABC sendet Interview mit Bashar Al-Assad nicht

Syrien: ABC sendet Interview mit Bashar Al-Assad nicht:

Vor wenigen Tagen führte die erfahrende regierungsnahe US-Journalistin Barbara Walters auf Einladung des syrischen Präsidialamtes im Auftrag des zum US-amerikanischen Propaganda-Konzern Walt Disney gehörenden Fernsehsenders ABC ein Interview mit dem syrischen Präsidenten Bashar Al-Assad durch. Quelle: einparteibuch
Es war das erste und bisher einzige Interview mit einem US-amerikanischen Fernsehsender, zu dem der syrische Präsident Bashar Al-Assad sich in diesem Jahr bereit erklärt hat. Vor dem Interview gab es keine Bedingungen und keine Absprache oder Begrenzung zulässiger Fragen.
Die ABC-Journalistin war also frei, Bashar Al-Assad alles zu fragen, was sie sich zurechtgelegt hatte oder ihr spontan in den Sinn kam.
Es war der Journalistin anzusehen, dass sie sich Mühe gegeben hat. Der Ton war freundich, aber ihre Fragen waren teilweise kritisch und fordernd suggestiv und teilweise sehr persönlich, also alles andere als leichte Fragen, die mit vorgefertigten politichen Statements beantwortbar gewesen wären. Und Bashar Al-Assad hat sich auf die Fragen eingelassen, sie also nicht abzubügeln, sondern zu beantworten versucht.
Syrischen Parteibuch-Quellen zufolge soll das Interview rund 49 Minuten gedauert haben. Angesichts des Stellenwertes, den das Thema Syrien in diesem Jahr in den US-amerikanischen Medien eingenommen hat, ist anzunehmen, dass das einzige US-amerikanische Exklusiv-Interview mit Bashar Al-Assad in diesem Jahr für beste Einschaltquoten sorgen könnte. Doch was macht ABC? ABC sendet das Interview nicht.


Anstatt das Interview zu senden, hat ABC einige jeweils wenige Sekunden lange Sequenzen aus dem Interview herausgeschnittem, diese zu einem wesentlichen Teil mit suggestiv zusammengestellten Youtube-Bildern inklusive Tonspur hinterlegt, ihnen die übliche Kriegshetze vom angeblich ach-so-bösen Diktator vorangestellt und das so entstandene nicht einmal fünf Minuten lange Schnittprodukt dann seinem Fernsehpubiklum als das zeitgeschichtliche Dokument “Interview mit Bashar Al-Assad” vorgeführt.


Wer sich das progandistische Machwerk anschauen möchte, findet es, so wie es von ABC gesendet wurde, bei Youtube. Lediglich auf der Webseite von ABC wurde verschämt das Transskript des ganzen Interviews veröffentlicht, das zeigt, dass das Interview um ein Vielfaches länger war als die Schnipsel, die von ABC gezeigt wurden.
Jihad Makdessi, Sprecher des syrischen Außenministeriums, hat heute das Verhalten von ABC öffentlich angesprochen. Er kritisierte, ABC habe durch das selektives “Editieren” die Aussagen des syrischen Präsidenten absichtlich verzerrt und seinen Aussagen eine andere Bedeutung zu geben versucht. Weiterhin erklärte er, dass Syrien nicht überrascht ist über das Verhalten des US-Senders.

Und dann machte er einen wichtigen Punkt: Westliche Medien kritisieren, dass Syrien Medien nicht hereinlässt, aber wenn Syrien solche Medien hereinlässt, dann verzerren sie die Realität. Wo er Recht hat, hat er Recht. Wenn westliche Medien wie ABC und ARD nicht einmal gewillt sind, die Worte des syrischen Präsidenten korrekt wiederzugeben, warum sollte die syrische Regierung dann davon ausgehen, dass diese Medien gewillt sind, die Situation im Land nach besten Wissen und Gewissen der Wahrheit entsprechend wiederzugeben?

All die sogenannten führenden Medien der westlichen Wertegmeinschaft, die mit der Absicht der Herbeiführung eines Angriffskrieges die Lüge verbreitet haben, der Irak habe Massenvernichtungswaffen, sind nicht mit Journalismus, sondern mit bösartiger Propaganda beschäftigt. Die meisten der Medien, die so mit Lügen einen schrecklichen Krieg vorbereitet haben, haben sich für ihre Lügen bis heute nicht einmal anständig entschuldigt. Jedes Land sollte seine Bevölkerung nach besten Kräften vor solch verlogenen Hetzern schützen. Es gibt keinen Grund, solchen Progandisten eine Einreise zu gestatten.

Stattdessen ist viel vernünftiger, alternativen Journalisten die Einreise zu gestatten, von denen die syrische Bevölkerung auch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit erwarten kann, dass sie sich um die Wahrheit bemühen. Es gibt kein Recht darauf, Lügen zu verbreiten, um damit Krieg, Gewalt und Rassismus zu schüren. Und mögen sie noch so oft behaupten, sie seien nur Journalisten, die für eine freie Presse tätig sind. Mit solcherart Argumentation hat sich auch Julius Streicher schon versucht zu verteidigen, doch es war richtig, dass er trotzdem zu seiner gerechten Strafe verurteilt wurde.

Nachtrag: ABC hat doch noch einen Zusammenschnitt aus Sequenzen des Interviews ausgestrahlt, der insgesamt etwas länger als fünf Minuten ist. Xinhua schreibt, die von ABC ausgestrahlten zusammengeschnittenen Sequenzen seien etwa 15 von 45 Miunten. Ohne die Sekundenschnipsel alle genau zusammengezählt zu haben, die aus dem Interview in die ABC-Propaganda eingefügt wurden, aber das, was da an Buchstücken aus dem Interview zu sehen ist, scheint insgesamt deutlich weniger als 15 Minuten zu sein.

Um das breite Bekanntwerden der ABC-Manipulationen zu verhindern, setzt die sogenannte freie Welt unterdessen auf brachiale Zensur. SANA meldet, das US-Unternehmen “Facebook” habe einen Account des syrischen Fernsehens gelöscht, nachdem dort eine Video hochgeladen wurde, in dem die Manipulation des Interviews mit Bashar Al-Assad durch ABC bloßgestellt wurde.

Schwarz auf weiß Sie lagern zu Tausenden und Millionen in den geheimen Archiven der Regierungen, Militärs und Nachrichtendienste – streng geheime Dokumente, von denen die meisten nie das Licht der Öffentlichkeit erblicken sollen. Sie zeugen von Verschwörungen und mörderischen Plänen, Intrigen und Folter, von menschenverachtenden Experimenten und satanischen Ritualen – und dies alles im unerschütterlichen Interesse einer verborgenen Machtelite. Nur wenige dieser Zeugnisse gelangten bislang an die Öffentlichkeit, oft nach intensiven Recherchen durch Journalisten oder aber auch durch »abtrünnige« Insider, die selbst Teil des Systems waren und die verbrecherischen Aktivitäten nicht mehr länger billigen wollten. Die Wahrheitssuche hatte für sie allerdings zuweilen tödliche Folgen. Schwarz auf weiß

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