Samstag, 10. Dezember 2011

Präsident des EU-Parlaments Schulz: Notfalls ohne Großbritannien

Präsident des EU-Parlaments Schulz: Notfalls ohne Großbritannien:


SPD-Europa-Politiker spricht von “Gigantischem Eigentor” Camerons

BERLIN, 10. Dezember – Der designierte Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz (SPD), hält ein Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union für möglich. “Ich habe Zweifel, ob Großbritannien langfristig in der EU bleibt”, sagte Schulz der “Bild am Sonntag”. “Cameron schießt ein gigantisches Eigentor. Noch nie war Großbritannien in der EU so isoliert.” Britische EU-Gegner würden jetzt Druck auf Cameron ausüben, aus der EU auszusteigen.

Einen Austritt Großbritanniens hält der Europapolitiker für verkraftbar. “Die EU kann notfalls ohne Großbritannien, aber Großbritannien hätte größere Schwierigkeiten ohne die EU”, sagte Schulz, der derzeit Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament ist.

Der britische Europaabgeordnete und EU-Kritiker Nigel Farage von der UK Independent Party kritisierte im vergangenen Herbst bei der Euro-Aktionskonferenz in Berlin die EU dafür, ihre einstigen politischen Gegner aus dem Vereinigten Königreich mit gutbezahlten Posten ins Boot geholt zu haben. Schulz habe “keine Ahnung von den Finanzmärkten” und hätte dies auch selbst eingestanden.



Die 17 Euro-Länder hatten sich in Brüssel in der Nacht zum Freitag auf die Forderung Deutschlands und Frankreichs verständigt, bis März einen zwischenstaatlichen Vertrag zur Haushaltsdisziplin auszuarbeiten. Eine Einigung im Kreis der 27 EU-Staaten war an Großbritannien gescheitert, das auf Sonderrechten bestanden hatte. Alle anderen Nicht-Euro-Länder signalisierten aber, dass sie sich nach Absprache mit ihren nationalen Parlamenten an den Verhandlungen für einen neuen Vertrag beteiligen könnten.

(AFP) - jah - Infokrieg

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