GEAB N°59 ist angekommen! Umfassende weltweite Krise: 30.000 Milliarden USD Scheinvermögen lösen sich bis Anfang 2013 in Luft auf / In der Krise werden die Staatsanleihen der westlichen Staaten massiv an Wert verlieren
- Pressemitteilung des GEAB vom 17. November 2011 -
Wir gehen also davon aus, dass bis Anfang 2013 30.000 Milliarden USD Scheinvermögen abgeschrieben sein werden (2). Weiterhin gehen wir davon aus, dass sich im Lauf des Jahres 2012 der Prozess der Fragmentierung des globalen Finanzmarkts (3) beschleunigen wird; er wird in drei Zonen zerfallen, nämlich jeweils eine Dollar-, Euro- und Yuan- Zone. Die drei Zonen werden sich immer stärker voneinander abgrenzen und unabhängiger werden. Diese beiden Phänomene (Werberichtigung/Fragmentierung) stehen zueinander in einer sich verstärkenden Wechselwirkung. Gemeinsam werden sie die Ursachen dafür sein, dass die US-Währung 2012 30% ihres Wertes verlieren wird (4), wie wir in der April- Ausgaben (GEAB N°54 ) vor dem Hintergrund einer nachlassenden Nachfrage nach Dollar und einer Verschärfung der US- Staatschuldenkrise vorhersagten. Ende 2011 wird, wie vorhergesehen, der Zündsatz der europäischen Schulden die US-Schuldenbombe zur Explosion bringen.
In dieser 56. Ausgabe des GEAB analysieren wir im Detail diese neue Phase der Krise sowie die bevorstehende Verschärfung der US- Schuldenkrise. Auch werden wir die Serie unserer Vorhersagen zu den Zukunftsaussichten der USA für die Jahre von 2012 – 2016 beginnen, wie wir es in den vorhergehenden Ausgaben angekündigt haben (5). Wir starten mit einem wesentlichen Aspekt der europäisch- amerikanischen Beziehungen (und der Nachkriegsweltordnung überhaupt), nämlich den militärischen und strategischen Beziehungen zwischen dem Alten und dem Neuen Kontinent: Wir gehen davon aus, dass 2017 der letzte G.I. den Boden des europäischen Kontinents verlassen haben wird. Weiterhin stellen wir auch in dieser Ausgabe unsere Empfehlungen vor, und zwar zu Devisen, Gold, kapitalfinanzierte Rente, Finanzindustrie und Rohstoffe.
In dieser Pressemitteilung wollen wir die Faktoren vorstellen, die nach unserer Auffassung zu einer baldigen Verschärfung der US-Schuldenkrise führen werden, und die Wirkungen analysieren, die der EU-Gipfel vom Oktober und der G20- Gipfel in Cannes zeitigen werden.
Wie wir schon seit mehreren Monaten vorhersagten, ist der G20-Gipfel von Cannes zu einem echten Fiasko geworden; denn die Regierungen konnten sich auf noch nicht einmal ein „Maßnähmchen“ einigen, zeigten sich unfähig, die wesentlichen Zukunftsfragen wie eine Reform des internationalen Währungssystems, die Notwendigkeit globaler Konjunkturprogramme und eine Reform der internationalen Governance auch nur anzuschneiden (6). Dass Griechenland in den Beratungen dieses Gipfel einen solchen Platz einnehmen konnte, war nur möglich, da er sonst wenig Substanz bieten konnte. Das Theater um George Papandreou und seinen Plan einer Volksbefragung hat den Regierungen der G20 ermöglicht, den Eindruck zu erwecken, die Krise in Griechenland hätte ihrer Beratungen (7) gestört, wenn nicht gar unmöglich gemacht. In Wirklichkeit verschleierten sie hinter dieser Aufgeregtheit, dass sie sich auf nichts mehr einigen können, ja noch nicht einmal auf eine gemeinsame Tagesordnung, die die entscheidenden Themen enthält. Gleichzeitig zeigen die Beschlüsse des eine Woche vorher stattfindenden EU-Gipfels, dass Euroland sich (8) immer mehr zu einem eigenständigen Akteur in der EU und der Welt entwickelt. U.a. wurde beschlossen, jedes Jahr zwei Eurolandgipfel abzuhalten (9). An diesen Beschlüssen wird erkennbar, dass Euroland inzwischen den Ton in der EU angibt und Entscheidungen vorgibt (10). Der durch die Krise erzeugte Druck hat in nur wenigen Tagen erreicht, dass Euroland mit großen Schritten in Richtung verstärkter Integration unterwegs ist. Und das ist auch äußerst notwendig. Denn ohne eine solche verstärkte Integration kann der Übergang in die Welt von Morgen nicht gelingen.
Wie wir schon seit mehreren Monaten vorhersagten, ist der G20-Gipfel von Cannes zu einem echten Fiasko geworden; denn die Regierungen konnten sich auf noch nicht einmal ein „Maßnähmchen“ einigen, zeigten sich unfähig, die wesentlichen Zukunftsfragen wie eine Reform des internationalen Währungssystems, die Notwendigkeit globaler Konjunkturprogramme und eine Reform der internationalen Governance auch nur anzuschneiden (6). Dass Griechenland in den Beratungen dieses Gipfel einen solchen Platz einnehmen konnte, war nur möglich, da er sonst wenig Substanz bieten konnte. Das Theater um George Papandreou und seinen Plan einer Volksbefragung hat den Regierungen der G20 ermöglicht, den Eindruck zu erwecken, die Krise in Griechenland hätte ihrer Beratungen (7) gestört, wenn nicht gar unmöglich gemacht. In Wirklichkeit verschleierten sie hinter dieser Aufgeregtheit, dass sie sich auf nichts mehr einigen können, ja noch nicht einmal auf eine gemeinsame Tagesordnung, die die entscheidenden Themen enthält. Gleichzeitig zeigen die Beschlüsse des eine Woche vorher stattfindenden EU-Gipfels, dass Euroland sich (8) immer mehr zu einem eigenständigen Akteur in der EU und der Welt entwickelt. U.a. wurde beschlossen, jedes Jahr zwei Eurolandgipfel abzuhalten (9). An diesen Beschlüssen wird erkennbar, dass Euroland inzwischen den Ton in der EU angibt und Entscheidungen vorgibt (10). Der durch die Krise erzeugte Druck hat in nur wenigen Tagen erreicht, dass Euroland mit großen Schritten in Richtung verstärkter Integration unterwegs ist. Und das ist auch äußerst notwendig. Denn ohne eine solche verstärkte Integration kann der Übergang in die Welt von Morgen nicht gelingen.
Der Haushalt und die Schulden Italiens (rot) im Verleich zu denen Frankreichs (grau) und Deutschlands (blau) (in Prozent vom BIP) -Quelle: Spiegel, 10/2011
Nun muss in Griechenland eine Regierung der nationalen Einheit das Land in die Moderne führen (11); ein Land, das weder Grundbuch kennt noch weiß, was eine effiziente Verwaltung ist, ein Land, das endlich seinen Bürgerinnen und Bürger ermöglichen muss, Bürger Eurolands zu sein wie die anderen Europäer und nicht lediglich Untertanen in einem Feudalsystem, in dem große Familien und die Kirche Reichtum und Macht unter sich aufteilen. Dreißig Jahre nach seiner voraussetzungslosen Aufnahme in die EU wird Griechenland endlich die Reformen unternehmen müssen, zu denen die Länder Mittel – und Ost- Europas vor ihrem EU-Beitritt gezwungen wurden. Das wird fünf bis zehn Jahre dauern, das wird schmerzhaft werden, aber da müssen das Land und seine Menschen durch.
Auch Italien konnte endlich seinen Regierungschef los werden, der so symptomatisch für die Elite der Welt vor der Krise ist: Sein Hang zu « bling bling », seine Gier, seine skrupellose Einstellung zu Geld, seine Selbstzufriedenheit, die genauso umfassend wie unbegründet war, seine Kontrolle der Medien, seine regelmäßige Anti-Europapolemik und sein billiger Nationalismus (12), und natürlich auch seine Sexsucht. Die Jubelszenen in den Straßen Italiens zeigen, dass die umfassende weltweite Krise auch ihr Gutes haben kann. Wir wird schon im vorhergehenden GEAB schrieben, gehen wir davon aus, dass 2012 das Jahr sein wird, in dem Euroland nicht nur den Zerfall der alten Welt erleiden muss, sondern den Übergang zur Welt von Morgen einzuleiten vermag.
Großbritannien hat inzwischen kein Zugangsrecht mehr zu den Treffen der Mitgliedsländer der Eurozone (13). Und die anderen EU-Länder, die noch nicht den Euro eingeführt haben, haben sich mit Euroland solidarisch erklärt, als sie dem britischen Vorschlag, gemäß dem den 27 EU- Länder ein Veto-Recht gegen Entscheidungen Eurolands eingeräumt werden sollte, eine Abfuhr erteilten. Das Wegdriften Großbritanniens vom Rest Europas beschleunigt sich noch durch die Versuche der britischen Europaskeptiker (die in der Regel die Fußsoldaten der Londoner City sind (14)), möglichst alle Leinen zum Kontinent zu kappen (15). Das ist aber nicht etwa der Beweis für den Erfolg ihrer Politik, sondern vielmehr das Eingeständnis ihres vollständigen Scheiterns (16). Seit zwanzig Jahren versuchen sie unaufhörlich, die europäische Integration aufzuhalten, aber es ist ihnen nicht gelungen. Vielmehr hat die Krise der europäischen Integration eine neue Dynamik verliehen. Also wollen sie lieber alle Leinen zu kappen, um so zu verhindern, dass Großbritannien in den kommenden zehn Jahren in Euroland aufgeht (17). Und diese Angst ist alles andere als unberechtigt (18).
Eigentlich ist es nichts anderes als eine verzweifelte Flucht nach vorn, wie Will Hutton in einem beeindruckend weitsichtigen Artikel im Guardian vom 30.10.2011 schreibt. Doch sie wird zu einem Auseinanderbrechen Großbritanniens führen. Denn Schottland möchte nicht nicht nur unabhängig werden (19), sondern auch europäisch bleiben. Sie wird England auf den Status eines off-shore-Finanzplatzes ohne soziale Absicherung der Bevölkerung (20) und ohne industrielle Basis (21) reduzieren. Vom Vereinigten Königreich bleibt nur ein Zerfallenes Königreich als ein Schatten seiner früheren selbst (22)!
Da der amerikanische Verbündete sich in einer vergleichbar verzweifelten Lage befindet und nicht helfen kann, wird die Krise noch sehr lange andauern. Hauptleidtragende werden die einfachen Menschen in Großbritannien sein, deren Wut gegen die City immer weiter wächst. Sogar die Veteranen reihen sich inzwischen bei den Demonstranten der Occupy the City- Bewegung ein (23). Offensichtlich gibt es insoweit eine weitgehende Konvergenz zwischen der Stimmung der Menschen in Euroland und in Großbritannien!
Natürlich können sich die britischen Investoren damit trösten, dass sie außerhalb Japans die größten Gläubiger japanischer Staatschulden wären, dass sie also über ein beruhigendes Vermögenspolster verfügen würden. Aber der IWF warnt Japan immer eindringlicher vor seinem Schuldenniveau, das inzwischen 200% des BIP überschreitet (24) und zu einem systemrelevanten Risiko anwachse. Kann da die Tatsache, wichtiger Gläubiger Japans zu sein, tatsächlich Anlass sein, sich auf der sicheren Seite der Armutsgrenze zu fühlen?
Auch Italien konnte endlich seinen Regierungschef los werden, der so symptomatisch für die Elite der Welt vor der Krise ist: Sein Hang zu « bling bling », seine Gier, seine skrupellose Einstellung zu Geld, seine Selbstzufriedenheit, die genauso umfassend wie unbegründet war, seine Kontrolle der Medien, seine regelmäßige Anti-Europapolemik und sein billiger Nationalismus (12), und natürlich auch seine Sexsucht. Die Jubelszenen in den Straßen Italiens zeigen, dass die umfassende weltweite Krise auch ihr Gutes haben kann. Wir wird schon im vorhergehenden GEAB schrieben, gehen wir davon aus, dass 2012 das Jahr sein wird, in dem Euroland nicht nur den Zerfall der alten Welt erleiden muss, sondern den Übergang zur Welt von Morgen einzuleiten vermag.
Großbritannien hat inzwischen kein Zugangsrecht mehr zu den Treffen der Mitgliedsländer der Eurozone (13). Und die anderen EU-Länder, die noch nicht den Euro eingeführt haben, haben sich mit Euroland solidarisch erklärt, als sie dem britischen Vorschlag, gemäß dem den 27 EU- Länder ein Veto-Recht gegen Entscheidungen Eurolands eingeräumt werden sollte, eine Abfuhr erteilten. Das Wegdriften Großbritanniens vom Rest Europas beschleunigt sich noch durch die Versuche der britischen Europaskeptiker (die in der Regel die Fußsoldaten der Londoner City sind (14)), möglichst alle Leinen zum Kontinent zu kappen (15). Das ist aber nicht etwa der Beweis für den Erfolg ihrer Politik, sondern vielmehr das Eingeständnis ihres vollständigen Scheiterns (16). Seit zwanzig Jahren versuchen sie unaufhörlich, die europäische Integration aufzuhalten, aber es ist ihnen nicht gelungen. Vielmehr hat die Krise der europäischen Integration eine neue Dynamik verliehen. Also wollen sie lieber alle Leinen zu kappen, um so zu verhindern, dass Großbritannien in den kommenden zehn Jahren in Euroland aufgeht (17). Und diese Angst ist alles andere als unberechtigt (18).
Eigentlich ist es nichts anderes als eine verzweifelte Flucht nach vorn, wie Will Hutton in einem beeindruckend weitsichtigen Artikel im Guardian vom 30.10.2011 schreibt. Doch sie wird zu einem Auseinanderbrechen Großbritanniens führen. Denn Schottland möchte nicht nicht nur unabhängig werden (19), sondern auch europäisch bleiben. Sie wird England auf den Status eines off-shore-Finanzplatzes ohne soziale Absicherung der Bevölkerung (20) und ohne industrielle Basis (21) reduzieren. Vom Vereinigten Königreich bleibt nur ein Zerfallenes Königreich als ein Schatten seiner früheren selbst (22)!
Da der amerikanische Verbündete sich in einer vergleichbar verzweifelten Lage befindet und nicht helfen kann, wird die Krise noch sehr lange andauern. Hauptleidtragende werden die einfachen Menschen in Großbritannien sein, deren Wut gegen die City immer weiter wächst. Sogar die Veteranen reihen sich inzwischen bei den Demonstranten der Occupy the City- Bewegung ein (23). Offensichtlich gibt es insoweit eine weitgehende Konvergenz zwischen der Stimmung der Menschen in Euroland und in Großbritannien!
Natürlich können sich die britischen Investoren damit trösten, dass sie außerhalb Japans die größten Gläubiger japanischer Staatschulden wären, dass sie also über ein beruhigendes Vermögenspolster verfügen würden. Aber der IWF warnt Japan immer eindringlicher vor seinem Schuldenniveau, das inzwischen 200% des BIP überschreitet (24) und zu einem systemrelevanten Risiko anwachse. Kann da die Tatsache, wichtiger Gläubiger Japans zu sein, tatsächlich Anlass sein, sich auf der sicheren Seite der Armutsgrenze zu fühlen?
Verteilung der japanischen Vermögens auf fremde Staaten (USA, Großbritannien, China, Asien) (in Prozent des BIP des Landes (1) und in Prozent des Gesamtvolumens ausländischer Vermögenswerte (2)) – Quelle: Europäische Zentralbank, 06/2011
Wenn man über öffentliche Verschuldung schreibt, müssen natürlich auch wieder die USA in den Blickpunkt rücken. Die nächsten Wochen werden der Welt in Erinnerung rufen, dass die USA und nicht etwa Griechenland das Epizentrum der umfassenden weltweiten Krise sind. In einer Woche, am 23. November, wird der „Superausschuss“ des Kongress, dem die Aufgabe überantwortet wurde, sich auf Aufgabenreduzierungen des Bundeshaushalts in Höhe von 1.500 Milliarden Dollar (auf zehn Jahre verteilt) zu einigen, sein Scheitern erklären müssen. Die beiden US- Parteien planen schon heute ihre Strategie, um die jeweils andere für das Scheitern verantwortlich zu machen (25).
Barack Obama hingegen, wenn er nicht damit beschäftigt ist, auf Gipfeltreffen eine gute Figur zu machen, begnügt sich mit der Rolle des Beobachters und beklagt sich lediglich, dass der Kongress seine große Jobinitiative, die er vor gerade einmal zwei Monaten mit großen Vorschusslorbeeren auf den Weg gebracht hatte, vereitelt habe (26). Und auch die vollkommen unrealistische Ankündigung am Vorabend eines APEC-Gipfels, auf dem Chinesen und Amerikaner sich streiten wie die Kesselflicker, umgehend eine neue Pazifik- Zollunion (unter Ausschluss Chinas) gründen zu wollen, wird ihm nicht helfen, als großer Staatsmann zu erscheinen und noch viel weniger seine Wiederwahl sichern.
Das vorhersehbare Scheitern des « Superausschusses », das lediglich ein Symptom für die vollständige Lähmung des politischen Systems der USA ist, wird umgehend schwerste Folgen zeitigen: Die Bonitätsnote der USA wird weiter herabgestuft werden. Die chinesische Rating- Agentur Dagon hat bereits erklärt, sie werde die Note weiter absenken, sollte der Superausschuss scheitern (27). S&P wird wohl die US- Bonität noch um eine Note herabstufen, und auch Moody’s und Fitch können nicht anders; schließlich hatten sie den USA nur einen Aufschub für die Herabstufung eingeräumt, unter der Bedingung, bis Ende des Jahres die Defizite zu senken. Aber es ist damit zu rechnen, dass wieder versucht werden wird, die schlechten Nachrichten für die USA mit Panikmeldungen über ein baldiges Auseinanderbrechen der Eurozone zu camouflieren (28), indem z.B. die Bonitätsnote Frankreichs herabgestuft und somit der europäischen Rettungsfonds geschwächt wird (29).
All dies deutet auf ein sehr bewegtes Jahresende auf den Finanz- und Devisenmärkten hin und wird schwere Erschütterungen in den Bankensystemen der westlichen Staaten und darüber hinaus für all die, die US- Staatsanleihen in ihrem Besitz haben, hervorrufen. Anlässlich des Scheiterns des Superausschusses, die Staatsdefizite zu reduzieren, wird die gesamte US- Schuldenpyramide erneut auf den Prüfstand gestellt werden, und das vor dem Hintergrund einer Rezession der Weltwirtschaft im Allgemeinen und der amerikanischen im Besonderen und all deren Folgeerscheinungen: Rückläufiges Steueraufkommen, Anstieg der Arbeitslosigkeit, Anstieg der Zahl der Arbeitslosen, die keine Unterstützung mehr erhalten (30), weiterer Rückgang der Immobilienpreise usw.
Barack Obama hingegen, wenn er nicht damit beschäftigt ist, auf Gipfeltreffen eine gute Figur zu machen, begnügt sich mit der Rolle des Beobachters und beklagt sich lediglich, dass der Kongress seine große Jobinitiative, die er vor gerade einmal zwei Monaten mit großen Vorschusslorbeeren auf den Weg gebracht hatte, vereitelt habe (26). Und auch die vollkommen unrealistische Ankündigung am Vorabend eines APEC-Gipfels, auf dem Chinesen und Amerikaner sich streiten wie die Kesselflicker, umgehend eine neue Pazifik- Zollunion (unter Ausschluss Chinas) gründen zu wollen, wird ihm nicht helfen, als großer Staatsmann zu erscheinen und noch viel weniger seine Wiederwahl sichern.
Das vorhersehbare Scheitern des « Superausschusses », das lediglich ein Symptom für die vollständige Lähmung des politischen Systems der USA ist, wird umgehend schwerste Folgen zeitigen: Die Bonitätsnote der USA wird weiter herabgestuft werden. Die chinesische Rating- Agentur Dagon hat bereits erklärt, sie werde die Note weiter absenken, sollte der Superausschuss scheitern (27). S&P wird wohl die US- Bonität noch um eine Note herabstufen, und auch Moody’s und Fitch können nicht anders; schließlich hatten sie den USA nur einen Aufschub für die Herabstufung eingeräumt, unter der Bedingung, bis Ende des Jahres die Defizite zu senken. Aber es ist damit zu rechnen, dass wieder versucht werden wird, die schlechten Nachrichten für die USA mit Panikmeldungen über ein baldiges Auseinanderbrechen der Eurozone zu camouflieren (28), indem z.B. die Bonitätsnote Frankreichs herabgestuft und somit der europäischen Rettungsfonds geschwächt wird (29).
All dies deutet auf ein sehr bewegtes Jahresende auf den Finanz- und Devisenmärkten hin und wird schwere Erschütterungen in den Bankensystemen der westlichen Staaten und darüber hinaus für all die, die US- Staatsanleihen in ihrem Besitz haben, hervorrufen. Anlässlich des Scheiterns des Superausschusses, die Staatsdefizite zu reduzieren, wird die gesamte US- Schuldenpyramide erneut auf den Prüfstand gestellt werden, und das vor dem Hintergrund einer Rezession der Weltwirtschaft im Allgemeinen und der amerikanischen im Besonderen und all deren Folgeerscheinungen: Rückläufiges Steueraufkommen, Anstieg der Arbeitslosigkeit, Anstieg der Zahl der Arbeitslosen, die keine Unterstützung mehr erhalten (30), weiterer Rückgang der Immobilienpreise usw.
Schulden des Privatsektors in den USA (rot) und Griechenland (blau) in Prozent des BIP – Quelle: SuddenDebt, 03/2011
Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Verschuldung der Privathaushalte in den USA viel höher ist als in Griechenland. Und dass in dieser allgemeinen Lage jeden Moment eine Panik an den Finanzmärkten ausbrechen kann, wenn sich Investoren und Gläubiger darüber im Klaren werden, dass die USA ihre Schulden nur mit Hilfe des massivsten Einsatzes der Geldpresse zurückzahlen können, jeder Dollar Forderung mit einem Dollar bezahlt wird, der deutlich weniger wert sein wird. Das Jahresende 2011 wird viele Inhaber von US- Staatsanleihen dazu motivieren, sich ernsthaft mit der Frage auseinander zu setzen, wann der Moment eintreten wird, dass die Zweifel an der finanziellen Solidität der USA an den Finanzmärkten übermächtig werden (31).
Was können die USA noch als Lösung vorschlagen, wenn der Superausschuss erst einmal gescheitert sein wird? Eigentlich so gut wie nichts mehr, jedenfalls nicht, wenn Wahljahr ist. Denn zum einen war er ins Leben gerufen worden, weil andere Lösungen nicht mehr ersichtlich waren. Zum anderen, weil das eigentliche Problem der USA nicht etwa die Höhe ihrer Schulden ist, sondern die Unfähigkeit, die notwendigen Schritte zu unternehmen, sie auf lange Sicht bedeutend und nachhaltig zu reduzieren. Das Scheitern des Superausschusses wird den Finanzmärkten diese strukturelle und politische Unfähigkeit der USA, sich den Gürtel enger zu schnallen und damit ihre Defizite in den Griff zu bekommen, vor Augen führen.
Was die Höhe der Schulden angeht, zeigt eine überschlägige Rechnung, die uns von einem Leser des GEAB geschickt wurde, wie lächerlich die angestrebten Einsparungen im Verhältnis zu den erforderlichen Sparanstrengungen sind.
Wenn man die Ausgaben der USA wie die Ausgaben eines Privathaushalts analysiert, werden die Dinge klarer. Es reicht, bei den im Raum stehenden Summen acht Nullen zu entfernen, um ein Budget vor Augen zu haben, dass sich dem Verständnis eines normalen Menschen erschließt:
Jährliches Familieneinkommen (Steuereinnahmen): + 21 700
Jährliche Ausgaben (Bundeshaushalt): + 38 200
Neue Kreditkartenschulden (Neuverschuldung): + 16 500
Aufgelaufene Kreditkartenschulden (Bundesschulden): + 142 710
Bereits erzielte Einsparungen: – 385
Angestrebtes Einsparungsziel des Superausschusses pro Jahr: – 1 500
Man kann daran sehen, dass der Superausschuss (wie der Kongress in seiner Gesamtheit im letzten August) noch nicht einmal in der Lage ist, sich auf Einsparungen zu einigen, die 10% der jährlichen Neuverschuldung betragen. Genau dies ist doch der Unterschied zwischen Europa und den USA. Während Europa in nur wenigen Monaten neue Finanzierungsinstrumente der Staaten erfindet und seine Ausgaben und Neuverschuldung massiv reduziert (32), verschulden sich die USA jeden Tag mehr und schneller. In den folgenden sechs Monaten plant Washington, Staatsanleihen von 846 Milliarden Dollar an den Märkten zu platzieren, also 35% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (33).
Was können die USA noch als Lösung vorschlagen, wenn der Superausschuss erst einmal gescheitert sein wird? Eigentlich so gut wie nichts mehr, jedenfalls nicht, wenn Wahljahr ist. Denn zum einen war er ins Leben gerufen worden, weil andere Lösungen nicht mehr ersichtlich waren. Zum anderen, weil das eigentliche Problem der USA nicht etwa die Höhe ihrer Schulden ist, sondern die Unfähigkeit, die notwendigen Schritte zu unternehmen, sie auf lange Sicht bedeutend und nachhaltig zu reduzieren. Das Scheitern des Superausschusses wird den Finanzmärkten diese strukturelle und politische Unfähigkeit der USA, sich den Gürtel enger zu schnallen und damit ihre Defizite in den Griff zu bekommen, vor Augen führen.
Was die Höhe der Schulden angeht, zeigt eine überschlägige Rechnung, die uns von einem Leser des GEAB geschickt wurde, wie lächerlich die angestrebten Einsparungen im Verhältnis zu den erforderlichen Sparanstrengungen sind.
Wenn man die Ausgaben der USA wie die Ausgaben eines Privathaushalts analysiert, werden die Dinge klarer. Es reicht, bei den im Raum stehenden Summen acht Nullen zu entfernen, um ein Budget vor Augen zu haben, dass sich dem Verständnis eines normalen Menschen erschließt:
Jährliches Familieneinkommen (Steuereinnahmen): + 21 700
Jährliche Ausgaben (Bundeshaushalt): + 38 200
Neue Kreditkartenschulden (Neuverschuldung): + 16 500
Aufgelaufene Kreditkartenschulden (Bundesschulden): + 142 710
Bereits erzielte Einsparungen: – 385
Angestrebtes Einsparungsziel des Superausschusses pro Jahr: – 1 500
Man kann daran sehen, dass der Superausschuss (wie der Kongress in seiner Gesamtheit im letzten August) noch nicht einmal in der Lage ist, sich auf Einsparungen zu einigen, die 10% der jährlichen Neuverschuldung betragen. Genau dies ist doch der Unterschied zwischen Europa und den USA. Während Europa in nur wenigen Monaten neue Finanzierungsinstrumente der Staaten erfindet und seine Ausgaben und Neuverschuldung massiv reduziert (32), verschulden sich die USA jeden Tag mehr und schneller. In den folgenden sechs Monaten plant Washington, Staatsanleihen von 846 Milliarden Dollar an den Märkten zu platzieren, also 35% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (33).
September 2011: Die ausländischen Zentralbanken beginnen, das Vertrauen in die US- Staatsanleihen zu verlieren – Entwicklung der Käufe und Verkäufe der ausländischen Zentralbanken von amerikanischen öffentlichen Anleihen (braun: monatliche Veränderung / grüne Linie: darüber überwiegen die Käufe, darunter die Verkäufe) – Quelle: CaseyResearch, 10/2011
Als der Investitionsfonds MF Global pleite ging, konnte man sehen, wie schlagartig die Herrscher der Wall Street zusammenbrechen können, wenn sie die Entwicklung der europäischen Staatsschulden falsch einschätzen. Natürlich ist Jon Corzine nicht Bernard Madoff (34). In ihrer ethischen Einstellung unterscheiden sie sich vielleicht nicht so sehr, aber ansonsten lassen die beiden sich nicht vergleichen. Madoff war ein unkontrollierbares Element der Wall Street, während Corzine zu ihrer alten Aristokratie zählt: Ehemaliger Chef von Goldman Sachs, ehemaliger Governeur von New Jersey, großer Geldgeber für Obamas Wahlkampf für 2012, potentieller Nachfolgekandidat für Tim Geithner als US- Finanzminister im vergangenen August (35), – und de facto einer von denen, die Obama 2004 als Präsidentschaftskandidaten aufgebaut haben (36). Corzine ist ein wichtiges Element der inzestuösen Beziehung zwischen Washington und Wall Street, die heute eine Mehrheit der Amerikaner für ein entscheidendes Problem ihres Landes hält.
Im August schien Corzine noch überirdisch hoch in den höchsten Etagen der Wall Street zu schweben. Und dennoch hat er sich vollständig in seiner Einschätzung der zukünftigen Entwicklungen geirrt. Er hat geglaubt, dass die Welt von Gestern immer noch die von Heute wäre, und dass, wie bisher doch immer, die privaten Gläubiger auf Heller und Pfennig ihre Verluste ersetzt bekämen. Ergebnis: Enorme Verluste und ein Bankrott, der viel Geld und 1600 Arbeitsplätze vernichtet (37).
Wir hatten in der vorhergehenden Ausgabe des GEAB vorher gesagt, dass eine Phase der Krise anstehe, in der in den westlichen Staaten das Bankensterben einsetzen würde. Diese Phase hat nun begonnen und die Kunden der Finanzinstitute, ob Banken, Versicherungen, Investitionsfonds oder Pensionsfonds (38), müssen sich zukünftig die Frage stellen, ob das Institut, bei dem sie ihr Geld angelegt haben, auch finanziell solide ist. Und wie der Fall Corzine zeigt, reicht es nicht, davon auszugehen, dass Institute oder ihre Chefs, nur weil sie ausreichend bekannt sind oder eine hohe Reputation genießen, auch finanziell solider wären als andere (39). Die hervorragende Kenntnis der Regeln der Hochfinanz von gestern (die Basis des Respekts sind, der ihnen entgegengebracht wird), ist nicht entscheidend. Vielmehr ist entscheidend, wer verstanden hat, dass die Spielregeln sich geändert haben.
Im August schien Corzine noch überirdisch hoch in den höchsten Etagen der Wall Street zu schweben. Und dennoch hat er sich vollständig in seiner Einschätzung der zukünftigen Entwicklungen geirrt. Er hat geglaubt, dass die Welt von Gestern immer noch die von Heute wäre, und dass, wie bisher doch immer, die privaten Gläubiger auf Heller und Pfennig ihre Verluste ersetzt bekämen. Ergebnis: Enorme Verluste und ein Bankrott, der viel Geld und 1600 Arbeitsplätze vernichtet (37).
Wir hatten in der vorhergehenden Ausgabe des GEAB vorher gesagt, dass eine Phase der Krise anstehe, in der in den westlichen Staaten das Bankensterben einsetzen würde. Diese Phase hat nun begonnen und die Kunden der Finanzinstitute, ob Banken, Versicherungen, Investitionsfonds oder Pensionsfonds (38), müssen sich zukünftig die Frage stellen, ob das Institut, bei dem sie ihr Geld angelegt haben, auch finanziell solide ist. Und wie der Fall Corzine zeigt, reicht es nicht, davon auszugehen, dass Institute oder ihre Chefs, nur weil sie ausreichend bekannt sind oder eine hohe Reputation genießen, auch finanziell solider wären als andere (39). Die hervorragende Kenntnis der Regeln der Hochfinanz von gestern (die Basis des Respekts sind, der ihnen entgegengebracht wird), ist nicht entscheidend. Vielmehr ist entscheidend, wer verstanden hat, dass die Spielregeln sich geändert haben.
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Noten:
(1) Die sich allein in den USA, Japan, Großbritannien und Euroland 2010 auf 45.000 Milliarden USD beliefen.
(2) Je schlimmer die Krise wird, umso mehr Vermögen entpuppt sich als Scheinvermögen. Dieser Prozess wird sich fortsetzen, bis sich wieder ein Verhältnis von Finanzwerten zu Realwerten eingestellt hat, das vereinbar mit einer nachhaltigen Wirtschaftsleistung ist; dieses Verhältnis dürfte ungefähr dem entsprechen, was in den fünfziger bis siebziger Jahren üblich war.
(3) Die mit der griechischen Schuldenkrise eingesetzt hat, was insbesondere dazu geführt hat, dass der Finanzmarkt Eurolands sich vom Dollar emanzipiert hat. Die Tatsache, dass die griechische Schuldenkrise von Wall Street und Londoner City provoziert wurde, um den Euro auszuschalten, zeigt wieder einmal den ausgeprägten Sinn der Geschichte für Ironie. Und dass, wenn eine Weltordnung zu Ende geht, alle Versuche der bisher dominierenden Macht, sich dem Prozess zu widersetzen, sich letztendlich negativ auf sie auswirken.
(4) Sogar die Financial Times räumt inzwischen ein, dass der US-Dollar gefährdeter ist als der Euro. Quelle: FT, 04/11/2011
(5) Unsere Vorhersagen über die EU und Euroland werden in einer der folgenden Ausgaben des GEAB abgehandelt.
(6) Das heißt nicht, dass LEAP/E2020 davon ausgeht, dass die Lage in Euroland rosig wäre. Denn die gesamte EU steckt inzwischen in einer Rezession (wie auch die USA). Denn die Probleme der öffentlichen Verschuldung bleiben unverändert bestehen, auch wenn die Instrumente, sie zu lösen, zahlreicher werden (einschließlich der Möglichkeit von Schuldenschnitten). Auch wächst der Zorn der Bevölkerung jedenfalls in den Ländern(wie auch in den anderen Weltregionen), in denen keinerlei politische Alternative glaubhaft erscheint. Quellen: Le Monde, 17/10/2011; Libération, 18/10/2011; La Tribune, 07/11/2011; ANSA, 08/11/2011; Spiegel, 11/11/2011; Les Affaires, 10/11/2011
(7) Das einzige, was Griechenland ernsthaft durcheinander brachte, war die Kommunikationsstrategie des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, der die beiden Gipfel (EU und G20) zur Popularitätssteigerung bei seinen Wählern nutzen wollte. Aus einer doppelten günstigen Gelegenheit wurde ein zweifacher Misserfolg: Nicht nur konnte die Griechenlandkrise nicht auf dem EU-Gipfel gelöst werden, darüber hinaus ging auch noch am Vorabend des G20-Gipfels die Bombe des griechischen Referendums hoch. Was die konkreten Ergebnisse des G20- Gipfels angeht, so gehen sie gegen Grenzwert Null. Sein Organisator und Vorsitzender verdient sich damit die Note „ungenügend“. Sechs, setzen! Wir nutzen diese Gelegenheit, um unsere Vorhersage vom 15. November 2010 zu bestätigen (GEAB N°49 ): Der Kandidat der UMP, ob Sarkozy oder ein anderer, wird nicht in der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen 2012 vertreten sein. Die Wahl wird sich zwischen dem Kandidaten der PS, Francois Hollande, und der Kandidatin der Front national, Marine Le Pen, entscheiden.
(8) Und es ist schon sehr auffällig, dass ehemalige hochrangige Technokraten auf europäischer Ebene, nämlich Mario Monti, ehemaliger europäischer Kommissar, in Italien, und Lucas Papademos, ehemaliger Vize-Präsident der EZB, in Griechenland die Macht ergreifen. Das ist ein Zeichen für die sich beschleunigende Integration der Eurozone auch auf politischem Gebiet. Dies wird auch den Druck auf demokratische Reformen der europäischen Institutionen und die Euroland-Governance erhöhen. Denn die Menschen in Europa werden nicht mehr allzu lange akzeptieren, dass sie auf die Rolle der überraschten Zuschauer bei diesen Ereignissen reduziert werden. Es ist festzuhalten, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien usw. den Vorschlag, in Griechenland eine Volksabstimmung über die Sparpolitik durchzuführen, überhaupt nicht – wie ihre Politiker – für eine verrückte Idee hielten. Obwohl es sicherlich nicht George Papandreous Absicht war, hat er aller Wahrscheinlichkeit nach der Forderung nach Durchführung eines eurolandweiten Referendums über die zukünftige Euroland- Governance massiv Auftrieb gegeben. Vgl. dazu den von Franck Biancheri am 6.10.2011 auf dem Forum Anticipolis veröffentlichten Artikel.
(9) Das ist eine für Großbritannien sehr negative Entwicklung (wir werden in dieser Ausgabe des GEAB auf diesen Aspekt noch genauer eingehen). Seine Isolierung verstärkt sich. Die britische Regierung hat heute jeglichen Einfluss auf Euroland verloren. Da ist es auch bezeichnend, dass Sarkozy seinen britischen Kollegen barsch zurechtwies und ihm unmissverständlich klar machte, dass die Regierungen der Eurozone keine Ratschläge zum Euro von einem Regierungschef zu erhalten wünschten, dessen anti-Euro-Haltung wohlbekannt sei. Da Nicolas Sarkozy nur den starken Mann gegenüber Schwachen mimt, muss offensichtlich das „Stärkebarometer“ bei Cameron tief gefallen sein. Quelle: AlJazeera, 24/10/2011
(10) Quelle: Business Week, 14/11/2011
(11) Das hat es in der Geschichte bisher noch nie gegeben. Quelle: Spiegel, 07/11/2011
(12) Diese beiden Neigungen kommen in der Regel bei Politikern immer zusammen vor: Ihre Ablehnung Europas ist meistens die ideologische Maske für ein kleingeistiges Wunschdenken, weiterhin in ihrem Land regieren zu können, wie es ihnen gefällt. Da zieht sich eine gemeinsame Linie von Vaclav Klaus in Tschechien über die euroskeptischen Tories in Großbritannien und den europhoben Ausfällen Berlusconis zu den europakritischen schwedischen Eliten: Lasst uns bei uns machen, was wir für richtig halten und bringt nicht unsere Bürgerinnen und Bürger mit fremden Ideen durcheinander (und gegen uns auf). Damit diese Einstellung auch entsprechende Unterstützung in der öffentlichen nationalen Meinung findet, wird der Pluralis majestatis in ein Wir umgemünzt, das alle Menschen in dem Land einzuschließen vorgibt. Und man will, dass die Menschen glauben, dass es die Macht des Volkes wäre, die durch die europäische Integration in Gefahr wäre. In der Regel funktioniert diese Taktik sehr gut. Wir müssen uns doch nur ansehen, wie viele der Bürgerinnen und Bürger, die sich vollkommen zu Recht empören, dass die neue Finanzstruktur Eurolands, die die Krise bekämpfen soll, ohne jegliche demokratische Debatte und Legitimation installiert wird, sich hinter die euroskeptischen Führungsgestalten in ihrem Land scharen, die Europa die Schuld für alles zuweisen wollen – obwohl sie keine Ahnung haben, wie die vergleichbaren Strukturen in ihrem Land funktionieren, die einer kleinen Machtclique Einfluss und Reichtum sichern. Nehmen wir doch nur das Beispiel Frankreichs, wo die, die anklagen, dass die privaten Banken aus der öffentlichen Verschuldung Riesenprofite ziehen, nicht wissen, dass in Frankreich dies schon weit vor dem Maastricht- Vertrag, nämlich seit 1973, der Fall war.
(13) Quelle: Spiegel, 31/10/2011
(14) Eine « City », die David Cameron als von Euroland belagert beschreibt. Diese Äußerung des britischen Premiers beweist, dass es sehr wohl einen Krieg zwischen der City und dem Euro gibt, obwohl die angelsächsischen Medien dies vehement bestreiten. Quelle: Telegraph, 28/10/2011
(15) Quelle: Telegraph, 28/10/2011
(16) Quelle: Guardian, 23/10/2011
(17) Es ist geradezu eine Hysterie, die England ob der Integrationsfortschritte Eurolands (die auf der anderen Seite des Ärmelkanals « Eurokrise » genannt werden) ergriffen hat; sie führt zu Fantasieorgien in der Boulevardpresse, in denen sich Erinnerungsschwelgen in den Erfolgen des Zweiten Weltkriegs mit einem Gefühl der Verwundbarkeit, wie Großbritannien es wohl noch nie kannte, paart. Die deutsch- französische Achse mutiert in diesen Phantasien zu einer anti-britischen Kriegsmaschine. Ein Beispiel dafür findet sich in dem Artikel vom 31. 10. 2011 in der Daily Mail, den man wirklich lesen sollte. Sogar der Telegraph kann sich dieser Stimmung nicht entziehen und bringt die Schlagzeile von dem « Neuen Europäischen Reich ».
(18) Nach unserer Auffassung wird das vorhersehbare Scheitern des « Britischen Sonderwegs »dazu führen, dass England bis 2020 Schottland und Wales nachfolgen wird, die sich geweigert haben werden, diesen Weg, der nirgendwo hin führt, nicht einmal nach Amerika, zu folgen. Sogar eine europakritische Zeitung wie der Telegraph, wo die Qualität der Analysen sogar häufig ermöglicht, die ideologische Fixierung zu entschuldigen, muss einräumen, dass ein Scheitern Eurolands die Krise in England noch verschlimmern würde. Quelle: Telegraph, 09/11/2011
(19) Der ehemalige britische Armeechef geht inzwischen soweit, vor dem Hintergrund einer möglichen Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands die Debatte über die Möglichkeit zukünftiger schottischer Streitkräfte zu eröffnen. Quelle: GoogleNews, 18/10/2011
(20) Und mit einer immensen Arbeitslosigkeit und einer Jugend, die im Stich gelassen wird, ohne Bildung oder Ausbildung, ohne Arbeit und ohne Zukunftsperspektiven. Quellen: Guardian, 14/11/2011; Telegraph, 14/11/2011
(21) Quelle: Telegraph, 01/11/2011
(22) Die übrigens in der Rangliste der wichtigsten Volkswirtschaften weltweit immer mehr Plätze verliert. Brasilien wird Großbritannien noch dieses Jahr überholen. Mit der sich verschärfenden Finanzkrise wird der Niedergang der City die britische Volkswirtschaft massiv schrumpfen lassen, die zu einem übermäßigen Teil aus Finanzdienstleistungen besteht. Quelle: Telegraph, 31/10/2011
(23) Quelle: Guardian, 12/11/2011
(24) Nur zur Erinnerung: Die Verschuldung Italiens liegt bei nur 120% seines BIP. Quelle: Ahram, 12/11/2011
(25) Quelle: New York Times, 08/11/2011
(26) Quelle: Newsdaily, 03/11/2011
(27) Quelle: Guardian, 12/11/2011
(28) Selbst diejenigen, die kaum verdächtig sind, Verschwörungstheorien anzuhängen, wie Jean-Pierre Jouyet, Präsident der französischen Finanzmärkteaufsicht, räumt heute ein, dass sehr wohl eine Krieg zwischen Dollar und Euro geführt werde. Quelle: JDD, 12/11/2011
(29) Dadurch werden sich die Wahlerfolgsaussichten für Nicolas Sarkozy noch weiter verschlechtern, wird die finanzielle und steuerrechtliche Integration Eurolands sich beschleunigen und die Idee sich durchsetzen, Euroland mit einer gigantischen Staatsanleihe ein für alle Mal von der Bevormundung durch die angelsächsischen Finanzmärkte zu befreien. Wir gehen davon aus, dass diese letzte Option bis zum ersten Halbjahr 2013 umgesetzt sein wird. Wie genau dies ablaufen könnte, werden wir in einem weiteren Kapitel dieser 59. Ausgabe des GEAB darlegen.
(30) Ihr Ausscheiden aus dem Arbeitslosensystem erweckt den Eindruck, die Lage am Arbeitsmarkt würde sich entspannen. Wir werden nicht erneut auf die „Glaubwürdigkeit“ amerikanischer Arbeitslosenstatistiken eingehen, wir haben dies ausführlich in vorhergehenden Ausgaben getan. Aber zwei Tatsachen können auf Dauer nicht ignoriert werden: Letztes Jahr um diese Zeit erhielten noch 75% der Arbeitslosen Arbeitslosengeld. heute sind es nur noch 48%. Und inzwischen gelten 26 Millionen Amerikaner als „unterbeschäftigt“, haben also keine Stelle oder eine Teilzeitstelle, würden aber gerne Vollzeit arbeiten. Dies ist ein historischer trauriger Rekord. Quellen: CNBC, 05/11/2011; Business Insider, 20/10/2011
(31) Solche Entwicklungen sind immer das Ergebnis von psychologischen Phänomenen und brechen damit ausschließlich urplötzlich aus.
(32) Mit Ausnahme Frankreichs, wo Nicolas Sarkozy unter tatkräftiger Unterstützung seines Premier Ministers Francois Fillon weiterhin die öffentlichen Finanzen ruiniert, indem er „Maßnähmchen“ finanziert, die alle langfristig wirkungslos bleiben, alles in der Hoffnung auf sein Wiederwahl. Auch in diesem Mann steckt etwas von Silvio Berlusconi. Die Europäische Kommission hat insoweit schon Alarm geschlagen.
(33) Das ist drei Mal der Gesamtbetrag der griechischen Staatsschulden vor dem Schuldenschnitt. Quelle: ZeroHedge, 01/11/2011
(34) Und dieser Bankrott zeigt, dass sich an Wall Street seit 2008 nichts geändert hat, trotz der angeblichen verschärften Aufsichtsbestimmungen, die die USA erlassen haben wollen. Diese Affäre wird im US- Wahlkampf 2012 tiefe Spuren hinterlassen. Quellen: CNBC, 01/11/2011, USAToday, 18/10/2011
(35) Quelle: New American, 05/08/2011
(36) Ein anderer gemeinsamer Punkt zwischen Barack Obama und Nicolas Sarkozy, zwei Vertreter der Welt vor der Krise: Sie sind beide aufs innigste mit der Hochfinanz verbandelt. Quellen: Le Monde, 22/10/2011; Minyanville, 04/11/2011
(37) Quelle: FINS, 11/11/2011
(38) Zum Beispiel muss ABP, der größte Pensionsfonds der Niederlande, seine Ausschüttungen an seine Kunden wegen der in den letzten Monaten erlittenen Verlusten reduzieren. Dies ist eine sehr konkrete Folge der Auflösung von Scheinwerten.
(39) Man spürt bei den Investoren der Finanzgesellschaften von New York und London eine wachsende Nervosität. Quelle: Huffington Post://, 12/11/2011
Noten:
(1) Die sich allein in den USA, Japan, Großbritannien und Euroland 2010 auf 45.000 Milliarden USD beliefen.
(2) Je schlimmer die Krise wird, umso mehr Vermögen entpuppt sich als Scheinvermögen. Dieser Prozess wird sich fortsetzen, bis sich wieder ein Verhältnis von Finanzwerten zu Realwerten eingestellt hat, das vereinbar mit einer nachhaltigen Wirtschaftsleistung ist; dieses Verhältnis dürfte ungefähr dem entsprechen, was in den fünfziger bis siebziger Jahren üblich war.
(3) Die mit der griechischen Schuldenkrise eingesetzt hat, was insbesondere dazu geführt hat, dass der Finanzmarkt Eurolands sich vom Dollar emanzipiert hat. Die Tatsache, dass die griechische Schuldenkrise von Wall Street und Londoner City provoziert wurde, um den Euro auszuschalten, zeigt wieder einmal den ausgeprägten Sinn der Geschichte für Ironie. Und dass, wenn eine Weltordnung zu Ende geht, alle Versuche der bisher dominierenden Macht, sich dem Prozess zu widersetzen, sich letztendlich negativ auf sie auswirken.
(4) Sogar die Financial Times räumt inzwischen ein, dass der US-Dollar gefährdeter ist als der Euro. Quelle: FT, 04/11/2011
(5) Unsere Vorhersagen über die EU und Euroland werden in einer der folgenden Ausgaben des GEAB abgehandelt.
(6) Das heißt nicht, dass LEAP/E2020 davon ausgeht, dass die Lage in Euroland rosig wäre. Denn die gesamte EU steckt inzwischen in einer Rezession (wie auch die USA). Denn die Probleme der öffentlichen Verschuldung bleiben unverändert bestehen, auch wenn die Instrumente, sie zu lösen, zahlreicher werden (einschließlich der Möglichkeit von Schuldenschnitten). Auch wächst der Zorn der Bevölkerung jedenfalls in den Ländern(wie auch in den anderen Weltregionen), in denen keinerlei politische Alternative glaubhaft erscheint. Quellen: Le Monde, 17/10/2011; Libération, 18/10/2011; La Tribune, 07/11/2011; ANSA, 08/11/2011; Spiegel, 11/11/2011; Les Affaires, 10/11/2011
(7) Das einzige, was Griechenland ernsthaft durcheinander brachte, war die Kommunikationsstrategie des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, der die beiden Gipfel (EU und G20) zur Popularitätssteigerung bei seinen Wählern nutzen wollte. Aus einer doppelten günstigen Gelegenheit wurde ein zweifacher Misserfolg: Nicht nur konnte die Griechenlandkrise nicht auf dem EU-Gipfel gelöst werden, darüber hinaus ging auch noch am Vorabend des G20-Gipfels die Bombe des griechischen Referendums hoch. Was die konkreten Ergebnisse des G20- Gipfels angeht, so gehen sie gegen Grenzwert Null. Sein Organisator und Vorsitzender verdient sich damit die Note „ungenügend“. Sechs, setzen! Wir nutzen diese Gelegenheit, um unsere Vorhersage vom 15. November 2010 zu bestätigen (GEAB N°49 ): Der Kandidat der UMP, ob Sarkozy oder ein anderer, wird nicht in der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen 2012 vertreten sein. Die Wahl wird sich zwischen dem Kandidaten der PS, Francois Hollande, und der Kandidatin der Front national, Marine Le Pen, entscheiden.
(8) Und es ist schon sehr auffällig, dass ehemalige hochrangige Technokraten auf europäischer Ebene, nämlich Mario Monti, ehemaliger europäischer Kommissar, in Italien, und Lucas Papademos, ehemaliger Vize-Präsident der EZB, in Griechenland die Macht ergreifen. Das ist ein Zeichen für die sich beschleunigende Integration der Eurozone auch auf politischem Gebiet. Dies wird auch den Druck auf demokratische Reformen der europäischen Institutionen und die Euroland-Governance erhöhen. Denn die Menschen in Europa werden nicht mehr allzu lange akzeptieren, dass sie auf die Rolle der überraschten Zuschauer bei diesen Ereignissen reduziert werden. Es ist festzuhalten, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien usw. den Vorschlag, in Griechenland eine Volksabstimmung über die Sparpolitik durchzuführen, überhaupt nicht – wie ihre Politiker – für eine verrückte Idee hielten. Obwohl es sicherlich nicht George Papandreous Absicht war, hat er aller Wahrscheinlichkeit nach der Forderung nach Durchführung eines eurolandweiten Referendums über die zukünftige Euroland- Governance massiv Auftrieb gegeben. Vgl. dazu den von Franck Biancheri am 6.10.2011 auf dem Forum Anticipolis veröffentlichten Artikel.
(9) Das ist eine für Großbritannien sehr negative Entwicklung (wir werden in dieser Ausgabe des GEAB auf diesen Aspekt noch genauer eingehen). Seine Isolierung verstärkt sich. Die britische Regierung hat heute jeglichen Einfluss auf Euroland verloren. Da ist es auch bezeichnend, dass Sarkozy seinen britischen Kollegen barsch zurechtwies und ihm unmissverständlich klar machte, dass die Regierungen der Eurozone keine Ratschläge zum Euro von einem Regierungschef zu erhalten wünschten, dessen anti-Euro-Haltung wohlbekannt sei. Da Nicolas Sarkozy nur den starken Mann gegenüber Schwachen mimt, muss offensichtlich das „Stärkebarometer“ bei Cameron tief gefallen sein. Quelle: AlJazeera, 24/10/2011
(10) Quelle: Business Week, 14/11/2011
(11) Das hat es in der Geschichte bisher noch nie gegeben. Quelle: Spiegel, 07/11/2011
(12) Diese beiden Neigungen kommen in der Regel bei Politikern immer zusammen vor: Ihre Ablehnung Europas ist meistens die ideologische Maske für ein kleingeistiges Wunschdenken, weiterhin in ihrem Land regieren zu können, wie es ihnen gefällt. Da zieht sich eine gemeinsame Linie von Vaclav Klaus in Tschechien über die euroskeptischen Tories in Großbritannien und den europhoben Ausfällen Berlusconis zu den europakritischen schwedischen Eliten: Lasst uns bei uns machen, was wir für richtig halten und bringt nicht unsere Bürgerinnen und Bürger mit fremden Ideen durcheinander (und gegen uns auf). Damit diese Einstellung auch entsprechende Unterstützung in der öffentlichen nationalen Meinung findet, wird der Pluralis majestatis in ein Wir umgemünzt, das alle Menschen in dem Land einzuschließen vorgibt. Und man will, dass die Menschen glauben, dass es die Macht des Volkes wäre, die durch die europäische Integration in Gefahr wäre. In der Regel funktioniert diese Taktik sehr gut. Wir müssen uns doch nur ansehen, wie viele der Bürgerinnen und Bürger, die sich vollkommen zu Recht empören, dass die neue Finanzstruktur Eurolands, die die Krise bekämpfen soll, ohne jegliche demokratische Debatte und Legitimation installiert wird, sich hinter die euroskeptischen Führungsgestalten in ihrem Land scharen, die Europa die Schuld für alles zuweisen wollen – obwohl sie keine Ahnung haben, wie die vergleichbaren Strukturen in ihrem Land funktionieren, die einer kleinen Machtclique Einfluss und Reichtum sichern. Nehmen wir doch nur das Beispiel Frankreichs, wo die, die anklagen, dass die privaten Banken aus der öffentlichen Verschuldung Riesenprofite ziehen, nicht wissen, dass in Frankreich dies schon weit vor dem Maastricht- Vertrag, nämlich seit 1973, der Fall war.
(13) Quelle: Spiegel, 31/10/2011
(14) Eine « City », die David Cameron als von Euroland belagert beschreibt. Diese Äußerung des britischen Premiers beweist, dass es sehr wohl einen Krieg zwischen der City und dem Euro gibt, obwohl die angelsächsischen Medien dies vehement bestreiten. Quelle: Telegraph, 28/10/2011
(15) Quelle: Telegraph, 28/10/2011
(16) Quelle: Guardian, 23/10/2011
(17) Es ist geradezu eine Hysterie, die England ob der Integrationsfortschritte Eurolands (die auf der anderen Seite des Ärmelkanals « Eurokrise » genannt werden) ergriffen hat; sie führt zu Fantasieorgien in der Boulevardpresse, in denen sich Erinnerungsschwelgen in den Erfolgen des Zweiten Weltkriegs mit einem Gefühl der Verwundbarkeit, wie Großbritannien es wohl noch nie kannte, paart. Die deutsch- französische Achse mutiert in diesen Phantasien zu einer anti-britischen Kriegsmaschine. Ein Beispiel dafür findet sich in dem Artikel vom 31. 10. 2011 in der Daily Mail, den man wirklich lesen sollte. Sogar der Telegraph kann sich dieser Stimmung nicht entziehen und bringt die Schlagzeile von dem « Neuen Europäischen Reich ».
(18) Nach unserer Auffassung wird das vorhersehbare Scheitern des « Britischen Sonderwegs »dazu führen, dass England bis 2020 Schottland und Wales nachfolgen wird, die sich geweigert haben werden, diesen Weg, der nirgendwo hin führt, nicht einmal nach Amerika, zu folgen. Sogar eine europakritische Zeitung wie der Telegraph, wo die Qualität der Analysen sogar häufig ermöglicht, die ideologische Fixierung zu entschuldigen, muss einräumen, dass ein Scheitern Eurolands die Krise in England noch verschlimmern würde. Quelle: Telegraph, 09/11/2011
(19) Der ehemalige britische Armeechef geht inzwischen soweit, vor dem Hintergrund einer möglichen Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands die Debatte über die Möglichkeit zukünftiger schottischer Streitkräfte zu eröffnen. Quelle: GoogleNews, 18/10/2011
(20) Und mit einer immensen Arbeitslosigkeit und einer Jugend, die im Stich gelassen wird, ohne Bildung oder Ausbildung, ohne Arbeit und ohne Zukunftsperspektiven. Quellen: Guardian, 14/11/2011; Telegraph, 14/11/2011
(21) Quelle: Telegraph, 01/11/2011
(22) Die übrigens in der Rangliste der wichtigsten Volkswirtschaften weltweit immer mehr Plätze verliert. Brasilien wird Großbritannien noch dieses Jahr überholen. Mit der sich verschärfenden Finanzkrise wird der Niedergang der City die britische Volkswirtschaft massiv schrumpfen lassen, die zu einem übermäßigen Teil aus Finanzdienstleistungen besteht. Quelle: Telegraph, 31/10/2011
(23) Quelle: Guardian, 12/11/2011
(24) Nur zur Erinnerung: Die Verschuldung Italiens liegt bei nur 120% seines BIP. Quelle: Ahram, 12/11/2011
(25) Quelle: New York Times, 08/11/2011
(26) Quelle: Newsdaily, 03/11/2011
(27) Quelle: Guardian, 12/11/2011
(28) Selbst diejenigen, die kaum verdächtig sind, Verschwörungstheorien anzuhängen, wie Jean-Pierre Jouyet, Präsident der französischen Finanzmärkteaufsicht, räumt heute ein, dass sehr wohl eine Krieg zwischen Dollar und Euro geführt werde. Quelle: JDD, 12/11/2011
(29) Dadurch werden sich die Wahlerfolgsaussichten für Nicolas Sarkozy noch weiter verschlechtern, wird die finanzielle und steuerrechtliche Integration Eurolands sich beschleunigen und die Idee sich durchsetzen, Euroland mit einer gigantischen Staatsanleihe ein für alle Mal von der Bevormundung durch die angelsächsischen Finanzmärkte zu befreien. Wir gehen davon aus, dass diese letzte Option bis zum ersten Halbjahr 2013 umgesetzt sein wird. Wie genau dies ablaufen könnte, werden wir in einem weiteren Kapitel dieser 59. Ausgabe des GEAB darlegen.
(30) Ihr Ausscheiden aus dem Arbeitslosensystem erweckt den Eindruck, die Lage am Arbeitsmarkt würde sich entspannen. Wir werden nicht erneut auf die „Glaubwürdigkeit“ amerikanischer Arbeitslosenstatistiken eingehen, wir haben dies ausführlich in vorhergehenden Ausgaben getan. Aber zwei Tatsachen können auf Dauer nicht ignoriert werden: Letztes Jahr um diese Zeit erhielten noch 75% der Arbeitslosen Arbeitslosengeld. heute sind es nur noch 48%. Und inzwischen gelten 26 Millionen Amerikaner als „unterbeschäftigt“, haben also keine Stelle oder eine Teilzeitstelle, würden aber gerne Vollzeit arbeiten. Dies ist ein historischer trauriger Rekord. Quellen: CNBC, 05/11/2011; Business Insider, 20/10/2011
(31) Solche Entwicklungen sind immer das Ergebnis von psychologischen Phänomenen und brechen damit ausschließlich urplötzlich aus.
(32) Mit Ausnahme Frankreichs, wo Nicolas Sarkozy unter tatkräftiger Unterstützung seines Premier Ministers Francois Fillon weiterhin die öffentlichen Finanzen ruiniert, indem er „Maßnähmchen“ finanziert, die alle langfristig wirkungslos bleiben, alles in der Hoffnung auf sein Wiederwahl. Auch in diesem Mann steckt etwas von Silvio Berlusconi. Die Europäische Kommission hat insoweit schon Alarm geschlagen.
(33) Das ist drei Mal der Gesamtbetrag der griechischen Staatsschulden vor dem Schuldenschnitt. Quelle: ZeroHedge, 01/11/2011
(34) Und dieser Bankrott zeigt, dass sich an Wall Street seit 2008 nichts geändert hat, trotz der angeblichen verschärften Aufsichtsbestimmungen, die die USA erlassen haben wollen. Diese Affäre wird im US- Wahlkampf 2012 tiefe Spuren hinterlassen. Quellen: CNBC, 01/11/2011, USAToday, 18/10/2011
(35) Quelle: New American, 05/08/2011
(36) Ein anderer gemeinsamer Punkt zwischen Barack Obama und Nicolas Sarkozy, zwei Vertreter der Welt vor der Krise: Sie sind beide aufs innigste mit der Hochfinanz verbandelt. Quellen: Le Monde, 22/10/2011; Minyanville, 04/11/2011
(37) Quelle: FINS, 11/11/2011
(38) Zum Beispiel muss ABP, der größte Pensionsfonds der Niederlande, seine Ausschüttungen an seine Kunden wegen der in den letzten Monaten erlittenen Verlusten reduzieren. Dies ist eine sehr konkrete Folge der Auflösung von Scheinwerten.
(39) Man spürt bei den Investoren der Finanzgesellschaften von New York und London eine wachsende Nervosität. Quelle: Huffington Post://, 12/11/2011
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