Donnerstag, 25. April 2013

Drucker, Kopierer und Brenner als Überwachungsfalle

Müder VersicherungsagentDrucker, Kopierer und Brenner als Überwachungsfalle:

Wie in vielen anderen Diktaturen musste auch in der DDR der Käufer beim Erwerb einer Schreibmaschine stets seinen Personalausweis vorlegen. Zudem wurde schon ab Werk eine Schriftprobe jeder Schreibmaschine für die DDR-Geheimpolizei “Stasi” erstellt.
Ebenso waren sämtliche Druckmaschinen und Kopiergeräte in einem zentralen Register erfasst.
So ließ sich von den Behörden zurückverfolgen, wer welches Schriftstück in die Öffentlichkeit brachte. Offiziell diente diese Maßnahme der Verbrechens­bekämpfung. Tatsächlicher Hintergrund war die Angst der Regierung vor Flugblättern von Kritikern und politischen Aktivisten, die das sozialistische Regime der DDR immer wieder in Bedrängnis brachten.
Von der Allgemeinheit unbeachtet wurde unterdessen weltweit ein vergleichbares System eingerichtet: Schon seit vielen Jahren bringen die meisten Farbdrucker und -kopierer auf jedem Dokument einen unauffälligen “Machine Identification Code” unter, der Druckdatum, Druckzeit und Seriennummer des Apparats enthält. So sind Ausdrucke und Kopien zu einem konkreten Gerät zurückverfolgbar. Offiziell, um Dokumenten­fälschern das Handwerk zu legen. Für diese Technik erhielt der Hersteller Canon im Jahr 2004 die bissige Negativ-Auszeichnung “Big Brother Award”. Ähnliches gilt für gebrannte CDs, DVDs und Blu-ray Discs. Auch sie sind anhand eines “Recorder Identification Code” zum jeweiligen Brenner zurückverfolgbar. Der fällige Big Brother Award ging 2006 an den Konzern Philips.
Dank des elektronischen Zahlungsverkehrs per Bankkarte, Abbuchung oder Überweisung braucht es heute in der Regel keinen Personalausweis mehr, um den Kauf eines technischen Produkts einer bestimmten Person zuzuordnen. Als letztes Glied in der Beweiskette bleibt beim Großteil moderner Kopierer jedes vervielfältigte Dokument auf einer internen Festplatte dauerhaft gespeichert und kann von Servicepersonal oder Behörden ausgelesen werden. Davon konnte die Stasi im Zeitalter der Schreibmaschine nur träumen. Quelle: Graswurzel

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