[...] Vor 22 Jahren wurden Staatsgebiete des ehemaligen Deutschen Reiches wieder unter einer einheitliche Verwaltung zusammengeführt. Die Länder, die einst auf dem Staatsgebiet der Deutschen Demokratischen Republik lagen, sind der Bundesrepublik beigetreten.
Ich mag noch an das “Kuratorium Unteilbares Deutschland” erinnern, das mit seinem Slogan “Deutschland: Dreigeteilt? – Niemals” und Deutschlandkarten mit den Grenzen von 1937 agitierte, auf denen auch jene zeitweilig deutschen Gebiete verzeichnet waren, die der Bundesrepublik Deutschland vor 22 Jahren nicht beigetreten sind.
Dafür steht heute im eigens dafür geänderten Grundgesetz:
Die Deutschen in den Ländern
Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen
haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet. Damit gilt dieses Grundgesetz für das gesamte Deutsche Volk.
Damit wurde letztlich auch jene Bestimmung des Grundgesetzes im Wert beschädigt, die besagt, dass dieses Grundgesetz (der Alliierten) für die Bundesrepublik Deutschland nur so lange gelten soll, bis sich das deutsche Volk´in freier Selbstbestimmung eine eigene Verfassung gibt.
Wer das “gesamte deutsche Volk” ist, erschließt sich nicht so einfach. Die Angabe der Staatsangehörigkeit “deutsch” im Personalausweis ist nur eine Vermutung. Wer wissen will, ob er wirklich Deutscher, also Angehöriger des gesamten deutschen Volkes ist, muss einen mühseligen Prozess durchlaufen und einen weit zurückreichendem, lückenlosen Abstammungsnachweis führen. Versuchen Sie nur mal, als Deutscher mit einem ausländischen Partner die Ehe einzugehen, der daraufhin versucht die deutsche Staatsangehörigkeit zu erwerben …
Doch das sind alles Feinheiten. Feinheiten, die nicht daran hindern würden, sich als die Deutschen, die sich nun als Deutsche der Bundesrepublik Deutschland ansehen dürfen, alljährlich tatsächlich mit Begeisterung und Freude an den Tag zu erinnern, als Stacheldraht und Minenfelder endgültig der Vergangenheit angehörten. Doch außerhalb der weitgehend geschlossenen Veranstaltung des zentralen Gedenkens ist davon nichts zu spüren.
Es gibt keine deutsche Einheit.[...]
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