Der Chef des Büros für nationale Sicherheit Polens, Stanislaw Kozei, hat die Idee von Präsident Bronislaw Komorowski unterstützt, ein eigenes Raketenabwehrsystem aufzubauen. Quelle: de.rian.ru
In seinem jüngsten Interview für die Zeitschrift „Wpost“ hatte Komorowski darauf verwiesen, dass Warschau bei den Verhandlungen mit den USA über eine Stationierung von Teilen des Raketenschilds auf seinem Territorium das Risiko des Wechsels an der Machtspitze in den USA nicht berücksichtigt habe. „Indem wir das amerikanische Angebot angenommen haben, berücksichtigten wir nicht in ausreichendem Maße das politische Risiko, das mit dem Wechsel des Präsidenten verbunden ist“, so der polnische Staatschef. „Wir haben einen viel zu hohen politischen Preis bezahlt, dieser Fehler sollte nicht wiederholt werden.“
Präsident Barack Obama hatte die Pläne für eine Stationierung von Teilen des Raketenschilds auf 2018 verschoben.
„Überaus schmerzhaft reagierte Warschau auf Veröffentlichungen von Briefen des US-Außenamtes durch WikiLeaks, die davon zeugten, dass Obama von den Plänen von George Bush jr. über die Stationierung von Abfangraketen in Polen in der Hoffnung Abstand genommen hatte, von Russland eine Unterstützung für Sanktionen gegen den Iran zu erwirken“, schreibt die Zeitung. „Diese Depeschen bestätigten die schlimmsten Mutmaßungen der polnischen Führung hinsichtlich der Politik von Obama. Die Polen sind über das ‚Reset’ der amerikanisch-russischen Beziehungen beunruhigt, welchen Sinn dieser Begriff auch immer haben mag. Als Folge setzt Warschau nun auf eine Festigung seiner Beziehungen mit den europäischen Nato-Mitgliedsländern. In seinem jüngsten Interview für den ‚Spiegel’ stellte Außenminister Radoslaw Sikorski fest, dass die USA zwar ein wichtiger Verbündeter für Polen seien, wobei Polen allerdings in Europa liege, wo auch Warschaus grundlegenden Interessen seien.“
„Komarowski befürchtet, Polen könnte wieder in eine absurde Situation geraten. Der Iran hatte bei den Polen niemals Besorgnis hervorgerufen. Sie sind der Meinung, dass die Gefahr von Russland und Weißrussland ausgehe. Beunruhigend für die Polen sind die Fliegerkräfte dieser Staaten. Verstärkt wird die Beunruhigung durch die Erklärungen Russlands bezüglich einer möglichen Stationierung von Iskander-Raketen im Gebiet Kaliningrad.“
„Polen war stets bemüht, ein treuer Verbündeter der USA in Europa zu sein. Als Folge verwandelte es sich aber in eine Art Anhängsel. Das ist auch der Grund, warum Warschau seine Position revidieren möchte“, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen