Mittwoch, 25. Juli 2012

Urgestein des “Apparats” wird neuer Sicherheitschef Syriens

Urgestein des “Apparats” wird neuer Sicherheitschef Syriens:

Ali Mamluk ist ein langjähriger Vertrauter Assads
Beirut, 25. Juli – Syriens neuer Chef für Nationale Sicherheit, Ali Mamluk, zählt zum Urgestein des gefürchteten syrischen Sicherheitsapparats. Obgleich ein Sunnit, ist der 66-jährige General obendrein ein langjähriger Vertrauter von Präsident Baschar al-Assad, der ebenso wie der Großteil seines Umfelds den Alawiten angehört, einer Abspaltung des schiitischen Islams. Im Zuge einer Umstrukturierung nach dem Anschlag vor einer Woche wurde Mamluk nun zum nationalen Sicherheitschef ernannt – er überwacht damit den gesamten Apparat und hält den direkte Kontakt zu Assad.
Mamluk blickt auf eine jahrzehntelange Geheimdienstkarriere zurück. 2005 wurde er zum Chef der Staatssicherheit ernannt, dem wichtigsten Dienst des Landes, der außerdem als einziger der Präsidentschaft untersteht. Dort war Mamluk in der Anti-Terror-Einheit tätig und unterhielt bis vor einigen Jahren Verbindungen zu ausländischen Geheimdiensten – zu einer Zeit, als Damaskus um bessere Beziehungen zum Westen bemüht war. So traf er sich dem Portal Wikileaks zufolge 2010 mit US-Diplomaten, um über eine Zusammenarbeit mit Washington im Anti-Terror-Kampf zu beraten.
Als Chef der Staatssicherheit war Mamluk aber auch mitverantwortlich für die Unterdrückung Oppositioneller. Eine von Wikileaks veröffentlichte US-Depesche aus dem Jahr 2007 beschrieb etwa die “Unterdrückung der syrischen Zivilgesellschaft und der inneren Opposition” durch Mamluk. Vor seiner Berufung in den Staatssicherheitsdienst war Mamluk die Nummer zwei der gefürchteten Geheimdienste der syrischen Luftwaffe.
Der Mann mit dem grauen Bart und einer Vorliebe für englische Zigaretten steht wegen seiner Verantwortung für die Niederschlagung der jüngsten Proteste in Syrien auf den Sanktionslisten der EU und der USA. Sie werfen dem aus Damaskus stammenden General Menschenrechtsverletzungen vor – unter anderem Gewaltanwendung gegen Zivilisten und Demonstranten. Mamluks Frau stammt ursprünglich aus Homs, einer Hochburg der syrischen Rebellion.
Der Leiter der der Opposition nahestehenden Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, beschreibt Mamluk aber durchaus auch als widersprüchliche Figur. So sei er einerseits an der brutalen Niederschlagung der Proteste beteiligt gewesen, andererseits aber auch zum Dialog bereit. Solch ein Dialog gestaltet sich Abdel Rahman zufolge dann aber offenbar ganz in der Manier des Sicherheitsverantwortlichen: Mamluk habe sich mit Oppositionellen getroffen, nachdem diese aus der Haft entlassen wurden. “Er hat sie gedrängt, der Gewalt abzuschwören und die Reformen des Assad-Regimes zu unterstützen.”
AFP

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