Mittwoch, 4. Juli 2012

Leni Riefenstahl-Die Regisseurin-Teil 2 - Hitlers nützliche Idole

Leni Riefenstahl-Die Regisseurin-Teil 2 - Hitlers nützliche Idole:

Helene Bertha Amalia Riefenstahl (* 22. August 1902 in Berlin; † 8. September 2003 in Pöcking) war eine deutsche Tänzerin, Schauspielerin, Filmregisseurin und Fotografin.Riefenstahls Markenzeichen waren die idealisierte Darstellung makelloser Körper und die Darstellung großer Menschenmassen. Damit trug sie breitenwirksam das cineastisch-propagandistische Element zu einer „Ästhetik des Nationalsozialismus" in Deutschland bei. Zudem entwickelte sie eine für die damalige Zeit revolutionäre, sehr dynamische Schnitttechnik.Im August 1933 nahm sie das Angebot an, einen Film über den fünften Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg zu drehen. Sieg des Glaubens hatte am 1. Dezember 1933 Premiere. Infolge des so genannten Röhm-Putsches wurde Sieg des Glaubens aber nach kurzer Zeit wieder aus dem Verkehr gezogen. Grund dafür war unter anderem die relativ gleichberechtigte Darstellung des SA-Stabschefs Ernst Röhm neben Hitler. Für Leni Riefenstahl kann die Dokumentation als Fingerübung gelten, im Vergleich zu dem späteren Reichsparteitagsfilm zeigten sich einige ästhetische Unvollkommenheiten, mit denen die auf Perfektion ausgerichtete Regisseurin nicht zufrieden war.Im Auftrag von Hitler drehte Leni Riefenstahl einen weiteren Reichsparteitagsfilm. Sie änderte ihre Firma in die „Reichsparteitagfilm GmbH" um, da sie so den Film über den sechsten Reichsparteitag der NSDAP produzieren konnte. Die 1933 und 1934 entstandenen Filme Sieg des Glaubens über den „Reichsparteitag des Sieges" der NSDAP und Triumph des Willens über den „Reichsparteitag der Einheit und Stärke" wurden vermutlich von der Partei selbst finanziert. Mit dem vorgefertigten Filmmaterial von Walter Ruttmann war sie unzufrieden und übernahm selbst die Leitung für den Film. Sie arbeitete mit 170 Personen vom 4. bis zum 10. September in Nürnberg. Leni Riefenstahl benötigte sieben Monate für den Schnitt und die Fertigstellung des Films. Den in seiner Langfassung vier Stunden dauernden Film schnitt sie aus mehreren hundert Stunden Material zusammen, nutzte dabei innovative und suggestive Montagetechniken. Am 28. März 1935 hatte Triumph des Willens im Ufa-Palast in Berlin in Anwesenheit Hitlers Premiere. Analog zur perfektionierten choreographischen Selbstinszenierung der NSDAP inszenierte die Regisseurin mit filmischen Methoden ein stark verdichtetes Material, in dessen Mittelpunkt Hitler überlebensgroß als Führer stilisiert wird. Das Dokument der Propagandaveranstaltung wurde zum Instrument der Emotionalisierung des Publikums, zum Wunschbild nationalsozialistischer Massenverführung. Insbesondere die Szenen des Chors der Arbeitsfrontmänner und der Appell von SA und SS mit seiner monumentalen Massenchoreografie wurden als Ausschnitte immer wieder gezeigt und gelten als Inbegriffe nationalsozialistischer Selbstinszenierung. Gerade deswegen feierte deren Führung Triumph des Willens als Vorzeigestück für gelungene nationalsozialistische Propaganda und setzte das Werk als solches ein. Für den Film erhielt Leni Riefenstahl den Deutschen Staatspreis 1934/35, den Preis für den besten ausländischen Dokumentarfilm bei der Biennale in Venedig 1935 und die Goldmedaille bei der Weltfachausstellung Paris 1937. Zeit ihres Lebens behauptete sie, gegen den Propagandaminister eine tiefe gegenseitige Abneigung gehegt zu haben.Die Wehrmacht, die 1934 nach dem Tod Paul von Hindenburgs erstmals an einem Parteitag teilnahm, sah sich in Triumph des Willens zu wenig präsentiert. Daher drehte Leni Riefenstahl den 28-minütigen Kurzfilm Tag der Freiheit! -- Unsere Wehrmacht, einen Film über den siebten Reichsparteitag der NSDAP von 1935, der am 30. Dezember 1935 Premiere feierte. Der Film beginnt überaus lyrisch mit Nachtwache und Tagesanbruch in einer Zeltstadt, mit Schatten und Gegenlichtaufnahmen. Die Mittel des Films sind stereotyp, die Komposition überzeugt nicht. Riefenstahl selbst nannte ihre propagandistischen Inszenierungen rein dokumentarische Arbeiten, wobei sie unter dokumentarisch versteht, dass ein Film den Geist und/oder die Atmosphäre einer Veranstaltung widerspiegeln solle.Die drei Filme Sieg des Glaubens, Triumph des Willens und Tag der Freiheit! - Unsere Wehrmacht werden als „Reichsparteitagstrilogie" bezeichnet.Für Hitlers neue Welthauptstadt Germania waren auch die Riefenstahl-Studios bereits eingeplant -- 26.000 Quadratmeter groß.

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