
Die CIA vereitelte nach eigenen Angaben einen geplanten Bombenanschlag auf ein US-Passagierflugzeug im Jemen. Doch der Mann entpuppt sich als Agent Provocateur
Wolfgang Eggert (doriangrey.net)
DER PLOT
(we)Am Jahrestag der „Bin-Laden-Erledigung“ wieder eine Top-Story wie aus Hollywood. Ein Krimi mit Happy End „in allerletzter Sekunde“. Der Böse wird überwältigt.
Nach Angaben von CIA-Beamten wollte der Al-Kaida-Ableger im Jemen eine „experimentelle“Bombe an Bord eines Passagierflugzeugs mit Kurs auf die USA schmuggeln. Dabei habe es sich um eine „neue Entwicklung“ gehandelt, die keine Metallteile enthalte und daher bei Flughafenkontrollen nur schwer entdeckt werden könne. US-Medien zufolge, die sich auf Geheimdienstquellen berufen, sollte ein Selbstmordattentäter die Bombe unter seiner Kleidung versteckt an Bord des Flugzeuges bringen. Er sei jedoch „gestoppt“ worden, bevor er den Flughafen erreichte. US-Außenministerin Hillary Clinton warnte vor „immer perverseren“ Terrormethoden.
DIE GEHEIMDIENSTHINTERGRÜNDE
Für aufmerksame Beobachter hatte diese Wahrheit keine lange Halbwertzeit. Schon einen Tag nach der Erfolgsmeldung der CIA wurde aus US- Regierungskreisen bekannt, dass der Attentäter in Wirklichkeit ein Informant der CIA und des saudischen Geheimdienstes war.
Diese Wende der Ereignisse, schreibt der linke amerikanische Bürgerrechtler Bill Van Auken in einer längeren Analyse, „erinnert an zahlreiche andere Terrorverschwörungen, die von staatlichen Behörden „vereitelt“ wurden. In der überwiegenden Mehrheit dieser Fälle haben geheime Informanten als Provokateure agiert und staatlich kontrollierte „Verschwörungen“ eingefädelt, bei denen ein leichtgläubiger Sündenbock mit Geld, Bombenattrappen und falschen Waffen versorgt wurde, bevor er verhaftet wurde.“
In diesen Zusammenhang fügt sich die Meldung der „New York Times“, wonach sich der verhinderte Attentäter derzeit im US-Bündnistreuen Saudi-Arabien befände – „in Sicherheit“. Der Name und die Nationalität des Mannes seien nicht bekannt gemacht worden. Dies aus guten Grund, denn allmählich stellte sich heraus, dass der große Unbekannte nicht nur nachträglich als „Informant“ sondern schon im Vorfeld des angeblichen Terrorplans als Mitarbeiter der angloamerikanischen Schlapphutfamilie fungiert hatte. Er besaß die britische Staatsbürgerschaft, lebte „lange Zeit in Großbritannien“ (CNN) und war, laut SPIEGEL, “vom Geheimdienst MI5 gebrieft“, d.h. in seine explosive Rolle eingewiesen worden.
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