Montag, 21. Mai 2012

Durchsuchungen bei mutmaßlichen Islamisten in mehreren Bundesländern

Durchsuchungen bei mutmaßlichen Islamisten in mehreren Bundesländern:


Archivbild
“Report Mainz”: Vor allem Salafisten im Visier der Ermittler
München/Mainz, 21. Mai – Ermittler haben in mehreren Bundesländern Objekte von mutmaßlichen Islamisten durchsucht. Einen entsprechenden Bericht des ARD-Politikmagazins “Report Mainz” auf dessen Webseite bestätigte am Montag der Sprecher der federführenden Staatsanwaltschaft München I, Thomas Steinkraus-Koch. Die Zahl der Verdächtigen bewegt sich demnach derzeit im einstelligen Bereich. Dem Sprecher zufolge wird der Verdacht einer “möglichen Unterstützung des Dschihad” geprüft.
Laut “Report Mainz” fand die Durchsuchungsaktion bereits am Dienstag vergangener Woche statt. In Objekten in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Berlin und Hessen sei umfangreiches Material sichergestellt worden, darunter eine Vielzahl elektronischer Datenträger. Die Auswertung werde einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen.
Details zu Beschuldigten und Gruppierungen wollte die Staatsanwaltschaft nicht nennen. Nach “Report Mainz”-Recherchen sollten vor allem Islamisten aus der salafistischen Szene im Visier der Ermittler stehen.
Nach dem Aufruf zum Mord an Mitgliedern der rechten Gruppierung “Pro NRW” sieht die Bundesanwaltschaft den Terror-Verdacht gegen einen aus Bonn stammenden Islamisten erhärtet. Die Behörde ermittele bereits seit längerem gegen den Mann wegen Verdachts der Mitgliedschaft in der ausländischen Terror-Vereinigung “Islamische Bewegung Usbekistan” (IBU), sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft am Montag in Karlsruhe. “Die aktuelle Veröffentlichung belegt diesen Verdacht weiter.”
Medienberichten zufolge war der Mordaufruf am Wochenende im Internet aufgetaucht. Der siebenminütige Aufruf soll von dem radikalen Islamisten Yassin Ch. stammen, der sich demnach im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aufhält. “Ihr sollt die Mitglieder der Pro NRW alle töten”, heißt es den Berichten zufolge in dem siebenminütigen Aufruf. Dazu sollten Informationen über Wohnorte, Arbeitsplätze und tägliche Routinewege gesammelt werden, damit “am besten im Schutz der Dunkelheit oder im Morgengrauen” zugeschlagen werden könne.
Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums hatte bereits am Wochenende gesagt, die Sicherheitsbehörden nähmen die Drohung ernst. Vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hatten sich “Pro NRW”-Anhänger und radikalislamische Salafisten Auseinandersetzungen geliefert. Anhänger der rechten Gruppierung hatten im Wahlkampf Mohammed-Karikaturen vor Moscheen und anderen islamischen Einrichtungen gezeigt. Zwei Polizisten wurden Anfang Mai bei Auseinandersetzungen in Bonn durch Messerstiche verletzt, die einem Demonstranten aus dem salafistischen Umfeld zugeschrieben werden.
AFP

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