Montag, 5. März 2012

Ihr Geschirrspüler könnte gefährliche “Super-Pilze” beherbergen

Ihr Geschirrspüler könnte gefährliche “Super-Pilze” beherbergen:
Moderne Reinigungs-, Spül- und Kochmittel haben es auf vielerlei Wegen geschafft, das Leben einfacher zu gestalten, da es weniger Zeit bedarf zu putzen, zu kochen und andere tägliche Dinge des Haushalts zu verrichten. Aber einige dieser technologischen Fortschritte könnten auch verantwortlich dafür sein, dass es im zunehmenden Maße gefährliche „Supererreger“ gibt, die mittlerweile gegenüber Substanzen resistent sind, die sie eigentlich eliminieren sollten. Dies deutet ein neuer Bericht der British Mycological Society im Fachmagazin Fungal Biology an.
Laut des Aufsatzes sind technische Hilfsmittel, die Wasser benutzen – wie Geschirrspüler und Waschmaschinen – zu einer neuen Brutstätte für potenziell tödliche Pilze wie Exophilia dermatidis und E. phaeomuriformis geworden. Diese und andere Stämme – die normalerweise durch Hitze und chemische Reinigungsmittel zerstört werden müssten – sind diesen Einflüssen gegenüber resistent geworden und befinden sich mittlerweile in der Mehrheit aller getesteten Haushaltsgeräte.
Forscher der Universität von Ljubljana in Slowenien sammelten Proben aus Geschirrspülern, Waschmaschinen und Kaffeeautomaten aus Privathaushalten in 101 Städten von sechs Kontinenten. Bei ihrer Analyse der Proben stellten sie fest, dass 62% der untersuchten Geschirrspüler pathogene Pilzkulturen in ihren Gummidichtungen aufwiesen. 56% enthielten mehrfach resistente schwarze Hefekulturen, die eine Resistenz gegen hohe Hitze, hohe Salzkonzentration, aggressive Reinigungsmittel und gegen sowohl saures als auch alkalisches Wasser ausgebildet hat – alles also Einflüsse, die normalerweise derartige Stämme abtöten können.
Laut des Berichts taucht Exophilia dermatitidis fast niemals isoliert in der Natur auf – und dennoch ist es mittlerweile weltweit und überall in Haushaltsgeräten zu finden. Der Erreger steht in Verbindung mit dem Entstehen zystischer Fibrosen im Lungengewebe und kann manchmal tödlich verlaufende Infektionen – sogar bei gesunden Menschen – auslösen. Er kann zudem Läsionen, Entzündungen am Herzen und Abszesse im Gehirn verursachen.
“Beide Exophilia-Spezies sind bekannt dafür, systemische Erkrankungen bei Menschen auslösen zu können – wie zum Beispiel zystische Fibrosen in der Lunge,” schreiben die Autoren in ihrem Bericht. „Wir sind der Auffassung, dass die hohen Temperaturen, die hohe Feuchtigkeit sowie die basischen pH-Werte, die typischerweise in Geschirrspülern anzutreffen sind, ein alternatives Habitat für Spezies bieten könnten, die beim Menschen Krankheiten auslösen könnten.“
Quelle

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