Landeswährung nach Sanktionsbeschlüssen spürbar unter Druck
TEHERAN, 26. Januar (AFP) – Unter dem Druck internationaler Sanktionsbeschlüsse hat sich die iranische Zentralbank zur Festsetzung eines festen Umtauschkurses zwischen der Landeswährung Rial und dem US-Dollar gezwungen gesehen. Die Bank kündigte an, ab Samstag gelte für alle Überweisungen und genehmigten Importe, für Studentenstipendien im Ausland und Touristen im Inland ein Kurs von 12.260 Rial für einen Dollar.
Im Streit um das iranische Atomprogramm hatten die EU-Staaten am Montag neben einem Ölembargo gegen den Iran auch Sanktionen gegen die iranische Zentralbank beschlossen. Dabei werden unter anderem Guthaben der Bank in Europa eingefroren. Auch die USA hatten jüngst ihre Sanktionen gegen die Notenbank verschärft.
Präsident Mahmud Ahmadinedschad sagte am Donnerstag nach Angaben des Staatsfernsehens, die neuen Sanktionen würden den Iran nicht schmerzen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass “die iranische Nation nicht verletzt werden wird”.
In den vergangenen Wochen hatte sich im Iran ein System von zwei parallel existierenden Umtauschkursen herausgebildet. Der Banken-Umtauschkurs lag bei 11.300 Rial für einen Dollar. Daneben gab es einen Umtauschkurs in den Wechselstuben, der schwankte und bis auf mehr als 18.000 Rial für einen Dollar kletterte. Die zuletzt beschlossenen internationalen Sanktionen gegen den Iran beziehen sich zum Teil auch auf Bankengeschäfte.
Nachdem die Regierung in Teheran versuchte, den Parallelmarkt in den Wechselstuben zu kontrollieren und einen Kurs von 14.000 Rial durchzusetzen, entstand ein Schwarzmarkt mit Kursen von zeitweise mehr als 22.000 Rial. Die Zentralbank drohte den Wechselstuben nun eine Zwangsschließung an, wenn sie den amtlich fixierten Kurs um mehr als fünf Prozent überschreiten. Zugleich wurde der neue Jahreszins für Banken von 12,5 auf 21 Prozent heraufgesetzt und damit der amtlich eingeräumten Inflationsrate angepasst.
ao/mt

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