Irans geistlicher Führer Ali Chamenei hat am Donnerstag verkündet, dass sein Land auf einen Angriff der USA und Israel mit eiserner Faust reagieren wird, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.
Nach Russland hat sich mittlerweile auch China gegen Verschärfung der Iran-Sanktionen ausgesprochen und zur schnellen Wiederaufnahme der Verhandlungen aufgerufen. Angesichts dessen wird die Situation für die Weltgemeinschaft im Atomstreit mit dem Iran zunehmend vertrackter.
„Wir sind immer davon ausgegangen, dass ein Dialog und eine Zusammenarbeit der richtige Weg für die Lösung des Atomstreits mit dem Iran sind. Sanktionen können diese Frage nicht endgültig lösen“, sagte Sprecher des chinesischen Außenministeriums am Donnerstag. Peking rief dazu auf, die diplomatischen Bemühungen zu verstärken.
Der Iran streitet alle Vorwürfe ab und hält den jüngsten IAEO-Bericht zu seinem Atomprogramm für einen politischen Auftrag Washingtons. Die Iraner behaupten, dass ein ungewöhnlicher Metallbehälter in einer Nuklearanlage eine Toilettenkabine und nicht ein Prüfstand für explosive Stoffe ist, die bei Detonatoren einer Atombombe eingesetzt werden können.
Unterdessen wächst die Kritik an Russland. Westliche Medien sehen in Russland einen „Verbündeten Irans“ und betonen, dass es den „Weg für neue Sanktionen versperrt“. Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney kritisierte die Politik von Amtsinhaber Barack Obama. Ihm zufolge muss Obama im Tausch gegen den Neustart, Zugeständnisse bei der europäischen Raketenabwehr und einen neuen START-Vertrag Moskaus Zustimmung für härtere Sanktionen gegen Teheran gewinnen.
Moskau hat die Aufrufe nach weiteren Sanktionen als kontraproduktiv bezeichnet und betont, dass der Atomstreit dazu genutzt werde, einen Regimewechsel in Teheran herbeizuführen. Russland äußerte sich ebenfalls kategorisch gegen eine militärische Lösung, die schwerwiegende Folgen für Weltsicherheit nach sich ziehen könnte.
Der IAEO-Bericht hat die Weltgemeinschaft in eine Sackgasse getrieben. Es ist unklar, was die USA und ihre Verbündete unternehmen könnten, da Sanktionen gegen die iranische Öl- und Gasindustrie unmittelbar zum Anstieg der Ölpreise und Panik auf den Finanzmärkten führen werden. Der Preissprung ist sowohl für die USA als auch für andere große Verbraucher - Indien und Südkorea – unannehmbar.
Laut den USA wird die Entstehung von iranischen Kernwaffen zu einem atomaren Wettrüsten in der Region führen und die Golf-Anrainer, vor allem Saudi Arabien, dazu zwingen, sich eigenes Atomwaffenarsenal anzulegen.
Außerdem besteht die Gefahr eines Kriegs. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak gab zu verstehen, dass beim Ausbleiben von wirksamen Sanktionen gegen Teheran alle Varianten, darunter eine militärische, zur Lösung der Krise in Betracht gezogen werden.
Wie die britische „Daily Mail“ unter Berufung auf Quellen im britischen Geheimdienst betonte, kann Israel den Iran zu Weihnachten oder Anfang des kommenden Jahres angreifen. Die Operation wird unter technischer Unterstützung der USA ablaufen, weil Obama die Stimmen der jüdischen Wähler nicht verlieren will.
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