
Panetta ruft Weltgemeinschaft zu Geschlossenheit gegen Iran auf
TEHERAN/RAMSTEIN, 3. Februar (AFP) – Irans oberster geistlicher Führer, Ayatollah Ali Chamenei, hat “Kriegsdrohungen” aus dem Westen zurückgewiesen. Chamenei sagte bei einer im Fernsehen übertragenen Ansprache am Freitag, sein Land habe seine eigenen Drohpotenziale, um auf Kriegs- und Ölembargo-Drohungen “zum richtigen Zeitpunkt” zu antworten. US-Verteidigungsminister Leon Panetta rief die Weltgemeinschaft zur Geschlossenheit gegen Irans Führung auf.
Chamenei spielte auf Warnungen der USA an, “alle Optionen” in Erwägung zu ziehen, um eine nukleare Bewaffnung des Iran zu verhindern. Angesichts der Drohungen mit Krieg und Ölembargo habe der Iran “seine eigenen Drohmittel, die zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden, wenn es notwendig ist”, sagte er. Ein Krieg werde “noch zehn Mal schädlicher für die USA sein als ihre Drohungen”, fügte er hinzu.
Die USA und Israel deuteten in den vergangenen Jahren mehrfach die Möglichkeit eines Militäreinsatzes an, um das iranische Atomprogramm zu stoppen. Auch Israels Verteidigungsminister Ehud Barak hatte solche Erwägungen angestellt. Mehrere westliche Regierungen befürchten, dass der Iran sein Atomprogramm für die Entwicklung von Nuklearwaffen verwendet. Teheran bestreitet dies.
Panetta forderte die internationale Gemeinschaft bei einem Besuch auf dem US-Militärstützpunkt in Ramstein zur Geschlossenheit auf. Dies sei derzeit “das Wichtigste”, um den Druck auf den Iran aufrechtzuerhalten, sagte er.
Der frühere Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Horst Teltschik, warnte in einem Interview mit dem Sender Phoenix vor einem Krieg mit dem Iran. Er habe von US-Fachleuten die Warnung vernommen, dass Israel im Iran intervenieren könnte. “Wenn das passiert, könnte die gesamte Region unter Feuer stehen” sagte er.
Im Streit um das Atomprogramm hatte zuletzt die EU ein umfassendes Ölembargo gegen den Iran verhängt. Im US-Kongress ist derzeit eine Verschärfung der Sanktionen gegen Teheran im Gespräch. Ein entsprechendes Gesetzesvorhaben passierte am Donnerstag den zuständigen Banken-Ausschuss des Senats. Die vorgeschlagenen Strafmaßnahmen richten sich unter anderem gegen den iranischen Ölsektor und die Eliteeinheit der Revolutionsgarden. Außerdem sind Einreiseverbote und Kontosperrungen geplant.
Der Iran teilte unterdessen den erfolgreichen Abschuss einer Safir-Trägerrakete mit, die einen Satelliten ins Weltall bringen sollte. Der rund 50 Kilogramm schwere Beobachtungssatellit Navid soll in einer Höhe von 250 bis 370 Kilometern in seine Umlaufbahn gebracht werden. Den westlichen Staaten zufolge könnte die Technologie zum Transport von Satelliten auch dazu verwendet werden, Atomwaffen abzufeuern.
tk/ao
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